Reinach

Nach Notbremse betreibt Solviva die Wohngruppe: «Jetzt bauen wir den Betrieb auf»

Aus der gescheiterten «Wohngruppe Länz» in Reinach wurde das Pflegeheim «Sunnerain», betrieben von der Solviva AG.

«Fünf Gewerbler aus der Region investieren 8,5 Millionen Franken für Pflegewohngruppen», stand Ende 2016 in der AZ. Gebaut wurde im Lenz, ausgangs Reinach Richtung Gontenschwil, mit Blick über das obere Wynental. Für die «Wohngruppe Länz» wurden 25 Vollzeitstellen für 27 Betten vorgesehen. «Wir bauen ein Haus ohne Spitalatmosphäre», sagte damals Walter Meyer, Verwaltungsrat der Suum Fortis AG.

«Wir wollen in allen Bereichen einen 5-Sterne-Service anbieten», so die vorgesehene Heimleiterin Rebecca Grunder. Gekommen ist alles anders. Das Haus war zwar wie geplant im November 2017 bezugsbereit, fertiggestellt wurde es aber nie komplett. Die Bewohner hausten in einer regelrechten Baustelle, die Cafeteria etwa befand sich noch im Rohbau . Dies blieb auch beim Kanton nicht unbemerkt. Er bewilligte statt 27 provisorisch nur noch 6 Plätze.

Solviva übernahm mit Bedingungen

Ende 2018 zogen die Betreiber die Notbremse und suchten für die Weiterführung der Wohngruppe einen externen Betreiber. Gefunden haben sie die Solviva AG, ein Familienunternehmen mit Sitz in Cham ZG, das bereits sechs andere Heime führt. Etwa im Berner Oberland und in Grenchen.

Die Solviva AG hat das Pflegeheim unter der Bedingung, dass das Haus komplett fertiggestellt wird, operativ übernommen. Die Liegenschaft gehört nach wie vor der Suum Fortis AG.
Mittlerweile lässt sich das Pflegeheim sehen. 

Im Juni feierte es unter dem Namen «Sunnerain» Eröffnung. Geschäftsführer Jörg Mummenthey ist zuversichtlich: «Das Haus wurde in einer Topqualität gebaut.» Jetzt sei es wirklich fertig und mit Möbel der Solviva eingerichtet. «Jetzt bauen wir den Betrieb auf.»

Ziel: zwölf Bewohner bis Ende Jahr

Das Farbkonzept und die Einrichtung sind einladend, die Sonnenterrasse lädt zum Verweilen ein. Die Cafeteria ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Zwar befindet sich das Pflegeheim nicht an zentraler Lage, besticht aber mit seiner Aussicht von den zwei grossen Terrassen.

Momentan betreut der «Sunnerain» sieben Bewohner mit sieben Vollzeitstellen. Sogar ein eigener Koch arbeitet im Pflegeheim. Die Angestellten sind erfahrene Mitarbeiter der Solviva AG, die allesamt schon länger unter Vertrag stehen.

«Ziel ist, bis Ende Jahr zwölf Pflegebedürftige betreuen zu können», so Mummenthey. Dass ein Bedürfnis nach Pflegeplätzen besteht, beweist die kantonale Bewilligung für 27 Plätze im Sunnerain. Die letzten Monate hätten auch gezeigt, dass die Nachfrage im Oberwynental vorhanden ist.

Autor

Melanie Eichenberger

Meistgesehen

Artboard 1