Reinach/Leimbach

Nach Hitzesommer: Erster Bauer baut Wasserreservoir

Auf dem Homberg funktioniert die Wasserversorgung noch autonom: Wenn es nicht ausreichend regnet, kommt nichts aus dem Hahn. (Symbolbild)

Auf dem Homberg ist auch eine neue Wasserfassung nötig.

Der Hof um das Restaurant Homberg hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Engpässen in der Wasserversorgung zu kämpfen. Deshalb ergreift Landwirt Thomas Thalmann nun die Initiative: Für ungefähr 60'000 Franken plant er die Erschliessung einer bekannten Wasserquelle im Wald über dem Restaurant Homberg. Mit einem grösseren Reservoir und einer 450 Meter langen Leitung will er so die Wasserversorgung von seinem Hof absichern.

Im Baugesuch schreibt Thomas Thalmann: «Wir haben uns entschlossen, einen seit Generationen bekannten Wasseraustritt in einer Wald-Parzelle zu erschliessen.» Auch, weil in absehbarer Zeit keine Aussicht auf einen Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz bestehe. Auf dem Homberg funktioniert die Wasserversorgung noch autonom: Wenn es nicht ausreichend regnet, kommt nichts aus dem Hahn.

450 Meter lange Leitung

Letztes Jahr hat Thalmann im Wald in Absprache mit dem Revierförster Sondierungsarbeiten vorgenommen, um die Quelle exakt zu orten (die Landparzelle gehört Thalmann). Mit dem stellvertretenden Brunnenmeister von Reinach und dem bestellten Bauunternehmen hat Thalmann anschliessend beschlossen, die Quellfassung zu bauen. Laut Baugesuch sollte so verhindert werden, dass die Quelle verschmutzt wird.

In Absprache mit dem Kreisforstamt soll als Nächstes der Bau von Wasser- und Stromleitungen erfolgen. Die Stromleitung ist nötig, weil die Quelle über eine Pumpe erschlossen wird. Um die Auswirkungen auf das Land minimal zu halten, werden die Leitungen in den Boden eingelegt und verlaufen wo möglich entlang Waldwegen. Ziel der neuen Wasserleitung mit 450 Meter Länge ist der bestehende Brunnstubenschacht oberhalb des Parkplatzes vom Restaurant Homberg. So soll die Versorgung des Hofs sichergestellt werden.

Reservoir für bis zu 8000 Liter

Schliesslich will Thomas Thalmann sein bestehendes Reservoir aus zwei Zementröhren ersetzen. Vorgesehen ist ein Tank aus Kunststoff oder Glasfaser, der 6000 bis 8000 Liter Wasser fassen kann. Der Tank wird unter der Erde platziert und kann an bestehende Leitungen angeschlossen werden. Weil die Bauarbeiten zwei verschiedene Gemeinden betreffen, sind die Bauvorhaben in drei Abschnitte unterteilt. Die neu zu erschliessende Quelle liegt auf Gebiet der Gemeinde Zetzwil, das Ziel der neuen Leitung in Reinach.

Schwierige Bedingungen

Erst vor wenigen Tagen forderte der Aargauer Bauernverband Massnahmen zur Sicherstellung ihrer Wasserversorgung. Eins der wichtigsten Anliegen: Sie wünschen sich eine grosszügigere Versorgung mit Grundwasser.

Doch oben auf dem Homberg ist Thalmann auf sich alleine gestellt. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte der Ausbau schon diesen Sommer helfen, weitere Engpässe wegen zunehmender Trockenheit zu verhindern. Das Baugesuch liegt bis zum 14. Mai in Reinach und Zetzwil auf.

Autor

Michael Küng

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