Holziken

Nach Gemeinderats-Entscheid: Jetzt dürfen die Holziker über den Glockenschlag abstimmen

Ein Bauprojekt war der Anlass für die Diskussion über den Glockenschlag des Schulhauses (hinten).

Ein Bauprojekt war der Anlass für die Diskussion über den Glockenschlag des Schulhauses (hinten).

Die eigentlich beschlossene Abschaffung wird der Gemeindeversammlung vorgelegt – als Reaktion auf die SVP-Petition.

Der Aufschrei aus der Bevölkerung war gross. Sicher grösser als der Gemeinderat erwartet hatte. Die Holziker lassen sich den nächtlichen Glockenschlag nicht einfach so nehmen. Rund 250 Personen unterzeichneten eine Petition der SVP für die Beibehaltung des Viertelstundenschlags zwischen 23 und 6 Uhr.

«Die Unterschriften flogen uns wie gebratene Tauben ins Maul», erklärte letze Woche SVP-Sprecher und Ehrenbürger Hans Ulrich Mathys. Der Gemeinderat hatte Anfang September bekannt gegeben, dass er beschlossen hat, ab 2020 das Glockengeläut gemäss dem Nachtruhegesetz abzuschalten.

Dies sei auf Druck eines Investors geschehen, der beim Alten Schulhaus eine Überbauung realisiere, erklären die Inititanten der Petition. «Der Antragssteller wohnt nicht einmal in Holziken.»

Gemeinderat reagierte sehr schnell

Im Blitztempo hat der Gemeinderat jetzt auf die Petition und «weitere persönliche Rückmeldungen» reagiert. Er betont einerseits, dass eine Anpassung der Glockenordnung in seiner Kompetenz liege, andererseits es aber «ein grosses Bedürfnis der Bevölkerung ist, sich bei diesem Thema einbringen zu können».

Der nächtliche Glockenschlag wird an der bevorstehenden Gemeindeversammlung vom 25. November traktandiert.

Konsultativabstimmung wird bindend sein

«Dem Gemeinderat selbst ist es ein Anliegen, der Bevölkerung seine Gedanken und Entscheidungsgrundlagen zu übermitteln», heisst es in den Gemeinderatsnachrichten. Im Anschluss an den Meinungsaustausch an der Gemeindeversammlung werde eine Konsultativabstimmung stattfinden.

«Das Ergebnis der Konsultativabstimmung wird der Gemeinderat als Entscheid bezüglich der Glockenordnung übernehmen», heiss es. Und: «Der Gemeinderat dankt bereits heute für zahlreiches Erscheinen und freut sich auf einen offenen und respektvollen Meinungsaustausch.» (uhg)

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