Wynental

Nach Fusionsstop: Spitex Reinach-Leimbach und das Altersheim Sonnenberg wollen zusammenarbeiten

Max R. Schlör, Martin Heiz, Janine Murer und Therese Gautschi (v.l.) sind von der neuen Lösung überzeugt.

Max R. Schlör, Martin Heiz, Janine Murer und Therese Gautschi (v.l.) sind von der neuen Lösung überzeugt.

Im Sommer wurde die Spitexfusion im Wynental gestoppt. Mit der neuen Zusammenarbeit wollen die Oberwynentaler den Ansprüchen im Spitexwesen gerecht werden.

Im August wurde die Fusion der Spitex Reinach-Leimbach und der Spitex Mittleres Wynental von den Oberwynentalern auf Eis gelegt. Jetzt ist klar: Das Fusionsprojekt wird auch nicht mehr aufgetaut. Die Spitex Reinach-Leimbach hat einen anderen Partner gefunden, mit der sie künftig zusammenarbeiten will: das Reinacher Altersheim Sonnenberg. Am Mittwoch wurde die Information an die Mitglieder des Vereins und die umliegenden Gemeinden verschickt.

Die Probleme, unter denen Spitex-Verbände ächzen, sind überall die gleichen: Der Grundsatz «ambulant vor stationär» sorgt dafür, dass Pflegebedürftige früher aus dem Spital entlassen werden. Gleichzeitig wollen und sollen Ältere so lange wie möglich daheim bleiben.

Das erfordert immer mehr Spitex-Leistungen, auch am späten Abend und nachts. Ausserdem braucht es immer mehr Spezialistinnen in Gebieten wie Palliative Care, Psychiatrie und Demenz. Und zu guter Letzt ist da die Verpflichtung vom Kanton, mehr Berufsleute auszubilden. Neue Ansprüche, welche die bestehenden Möglichkeiten und das Leistungsvermögen der Spitex Reinach-Leimbach übersteigen, so die Verantwortlichen.

Qualitätssteigerung durch gleiche Ansprechpartner

Mit dem Zusammenlegen von Spitex und Altersheim könne man diesen Ansprüchen gerecht werden, erklärten Therese Gautschi (Präsidentin Spitex Reinach-Leimbach), Max R. Schlör (Stiftungsratspräsident Altersheim Sonnenberg) sowie die Gemeindeammänner Janine Murer (Leimbach) und Martin Heiz (Reinach) an der Medienorientierung am Mittwochabend.

So könnten beispielsweise nicht nur administrative Arbeiten umverteilt, sondern auch Pflegepersonen gemeinsam ausgebildet werden. «Das macht uns zu einem attraktiven Ausbildungsort, weil die Auszubildenden sowohl den stationären wie auch den ambulanten Teil kennen lernen», sagte Janine Murer.

Den grössten Vorteil sehen die Verantwortlichen für die Pflegebedürftigen: «Egal ob stationär oder ambulant; die Patienten haben einen Ansprechpartner», sagte Martin Heiz. Und Therese Gautschi führte aus: «Ob die Person nun im Ferienzimmer im Altersheim ist, oder daheim von der Spitex betreut wird, sie befindet sich in der gleichen Struktur und wird von der gleichen Organisation begleitet. Für den Bürger bedeutet die Zusammenlegung eine Qualitätssteigerung.» Für die Gemeinden bedeutet es langfristig eine finanzielle Entlastung, weil Pflegebedürftige so länger ambulant betreut werden können.

Angedacht sei auch, dass künftig die Infrastruktur gemeinsam genutzt wird. Zwar seien die Wege zwischen Altersheim und Spitexbüro bereits heute kurz, sagte Martin Heiz. «Es wäre aber möglich, dass die Spitex dereinst in die Räume des Sonnenbergs zieht.»

Vereinsmitglieder haben das letzte Wort

Was alle vier unterstrichen: «Es geht nicht um eine Übernahme, sondern um das Zusammenfügen von Kernkompetenzen. Beide Institutionen profitieren voneinander», so Therese Gautschi. Das bekräftigte Max R. Schlör: «Es geht darum, sich in Fachgebieten zu ergänzen.

Die Ansprüche im Heim oder daheim sind nicht die gleichen.» Ob der Zusammenschluss dereinst personelle Konsequenzen haben wird, werde sich weisen. Aktuell zählt der Sonnenberg 120 Mitarbeiter, die Spitex gut 20.

Die Leistungsvereinbarung für die Zusammenführung von Spitex und Altersheim wurde bereits erarbeitet. Das entscheidende Wort aber haben die Mitglieder des Spitexvereins Reinach-Leimbach. Sie werden an der Jahresversammlung im April über den Zusammenschluss entscheiden. Stimmen sie ihm zu, würde die neue Organisation per Januar 2021 umgesetzt.

Auch wenn die Fusion mit der Spitex Mittleres Wynental nun vom Tisch ist, wird die Spitex Reinach-Leimbach weiter die Buchhaltung für beide Vereine führen und die Spitex Mittleres Wynental die gemeinsame Personalabteilung. «Unsere Tür bleibt auch weiteren Institutionen für Zusammenarbeit offen», sagte Therese Gautschi. «Das Gesundheitswesen ist in stetem Wandel; wer weiss, wie es in fünf Jahren aussehen wird.»

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