Schöftland

Nach einem Jahr geht der Jugendarbeiter – er orientiert sich neu

Die Kündigung des Jugendarbeiters soll sich nicht negativ auf den Jugendtreff auswirken.

Die Kündigung des Jugendarbeiters soll sich nicht negativ auf den Jugendtreff auswirken.

Jugendarbeiter Oliver Braunschweiger hat nach knapp einem Jahr in Schöftland gekündigt. Er will sich beruflich neu orientieren. Eine Nachfolge-Lösung ist bereits gefunden.

Nach zähen Verhandlungen wurde an der Gemeindeversammlung Ende 2013 ein Kredit von 343'500 Franken für das Pilotprojekt einer dreijährigen, offenen Jugendarbeit genehmigt. Anfang Juni 2014 wurde Jugendarbeiter Oliver Braunschweiger mit einem 60-Prozent-Pensum eingestellt. Nun hat er nach nicht ganz einem Jahr seine Kündigung eingereicht. Unstimmigkeiten mit der Jugendkommission oder dem Gemeinderat sind nicht der Grund. «Oliver Braunschweiger hat von sich aus gekündigt, er will sich beruflich neu orientieren», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer.

Ob die stark schwankenden Besucherzahlen des Jugendtreffs bei der Kündigung eine Rolle gespielt haben, kann Maurer nicht sagen. Noch sei es ein Auf und Ab, manchmal sei der Jugendtreff voll, an anderen Abenden dagegen kämen nur wenige. In dieser ersten Phase des Pilotprojekts sei es darum gegangen, die Jugendarbeit in den Köpfen der Bevölkerung präsent zu machen. Das sei Braunschweiger gelungen. «Es wurde auf verschiedenen Wegen auf die Jugendarbeit aufmerksam gemacht. Mit Flyern wurde in den Schulen geworben, am Herbstmarkt war Oliver Braunschweiger zusammen mit Vertretern der Jugendkommission und den Jugendlichen mit einem Stand anwesend», sagt Maurer. Auch am kommenden 1.-Mai-Markt wird die Jugendarbeit vertreten sein.

Jugendarbeit steht nicht still

Braunschweiger wird noch bis Ende Mai als Jugendarbeiter tätig sein, danach wird Eveline Kohler die Leitung übernehmen. Kohler betreut in Schöftland die Sozialen Dienste. Damit sie mit einem 40-Prozent-Pensum für die Jugendarbeit verfügbar sein kann, wird sie ihr bisheriges Pensum verringern. Zur Arbeit mit den Jugendlichen wurde Kohler keineswegs verknurrt. «Sie hat früher schon mit Jugendlichen gearbeitet und nimmt diese Herausforderung gerne an», erklärt Maurer. Der Wechsel in der Jugendarbeit habe durchaus auch etwas Gutes.

Braunschweiger musste einen Bericht abgeben, daraus können nun Verbesserungsvorschläge für die Weiterführung des Pilotprojekts entnommen werden. «Beispielsweise werden zukünftig an Anlässen zwei Erwachsene anwesend sein, da es bei grossen Gruppen schon mal etwas rauer zu- und hergehen kann».

Warum sich bei den Besucherzahlen im Jugendtreff keine Kontinuität eingestellt hat, kann Maurer nicht sagen. Ein möglicher Grund ist, dass sich unter den Jugendlichen Gruppenstrukturen gebildet haben. Ganz nach dem Motto: Ich komme nur, wenn meine Freunde auch kommen. So kommen manchmal alle zusammen oder eben fast niemand. Dass im November letzten Jahres eröffnete Cinema 8 dürfte für den Jugendtreff keine Konkurrenz darstellen, wie Maurer erklärt: «Die meisten Jugendlichen im Treff sind zwischen 12 und 16 Jahren alt. Da kommt das Cinema 8 schon aus Kostengründen nicht infrage».

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