Bereits plätschert die Uerke wieder geordnet in ihrem Bachbett dahin, als ob sie nie über die Ufer getreten wäre. Die Spuren ihrer Verwüstungen nach dem heftigen Gewitter vom Wochenende sind in Uerkheim jedoch unübersehbar:

„Es sah aus wie eine Wand aus Wasser, die auf uns zukam, sagt Hans Fritzenwallner, der mit seiner Partnerin Elsbeth Byland den Dorfladen führt. Die beiden erlitten Totalschaden, die im Vorgarten aufgereihten Elektrogeräte dienen nur noch der Versicherung zur Begutachtung. „Es war mir ein grosses Anliegen, dass die Versicherungen möglichst schnell den Schaden unserer Bewohner aufnehmen“, sagt Gemeindeammann Markus Gabriel.

Gewellte Fotos

Im Hinterhof des Dorfladens stehen drei Baumulden, alle gefüllt mit allem, was noch vor wenigen Tagen im Dorfladen stand. Die beiden Betreiber konnten keine Sentimentalität walten lassen beim Aussortieren. Anders sieht es bei Markus Bähni ein paar Häuser weiter aus. Der ehemalige Postverantwortliche Uerkheims hat alle seine Fotoalben vor seiner Garage aufgereiht, damit sie trocknen können. „Die Fotos sind alle gewellt, nun hoffe ich, ich kann sie digitalisieren“, sagt Bähni.

Vor der Garage des Hochseilartisten und Uerkners Freddy Nock türmen sich Holzkisten und Seile, die zum Zeitpunkt der Flut in der Garage standen. Ein paar Schritte weiter deutet Christina Klauser auf zwei Kühlgeräte, die in ihrer Metzgerei standen. Es sind die einzigen Elektrogeräte, die noch funktionieren. „Ob sie jedoch je wieder einsatzbereit sind, ist eine andere Frage.“

Durch die Metzgerei, die über die Uerke gebaut ist, schoss der Bach am Wochenende quer durch. Der schwere Fleischstock vom Verkaufsbereich wurde hundert Meter weit weggeschwemmt, in den Hintergarten des Dorfladen Byland. Der Rest der Elektrogeräte wartet bereits auf einem Laster, um abtransportiert zu werden. "Nach der Angst um unser Leben folgt die Existenzangst", sagt Christine Klauser. „Haben Sie ein paar Harasse für mich, Frau Klauser“, fragt eine Nachbarin die Metzgerin. „Ich muss alles entsorgen.“