Aufräumarbeiten
Nach den Unwettern fehlt die Solidarität: Arbeitgeber pfeifen Zivilschützer zurück

Der Zivilschutz ist nach den schweren Unwettern an allen Fronten gefragt. Während die Zivilschützer bei den Aufräumarbeiten mithelfen, fehlen sie ihren Arbeitgebern. Daran hat manch ein Chef keine Freude.

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Reissende Fluten. Am vergangenen Samstag wütete das Unwetter beim Transportunternehmen Räbmatter in Uerkheim. Die Lagerhalle stand 1,35 Meter unter Wasser. Schwinger Patrick Räbmatter erinnert sich: «Wir mussten die Türe abnehmen um überhaupt in die Lagerhalle zu kommen, weil hier ein Durcheinander herrschte.» Das Unternehmen ist froh, auf die Unterstützung der Zivilschützer zählen zu können.

Alleine bei Räbmatters stehen bis zu zwanzig Zivilschützer im Einsatz. Insgesamt wurden im Suhrental und Uerkental 120 Personen aufgeboten. Die helfenden Hände fehlen derzeit bei ihren Arbeitgebern. Bei den Zivilschutzorganisationen häufen sich deshalb die Beschwerden von Arbeitgebern. Einzelne Unternehmen üben vehement Druck auf die Zivilschutzorganisationen aus. «Wir hatten Kündigungsdrohungen von Unternehmen, die Einsatzkräfte dazu aufforderten, an die Arbeit zurückzukehren und den Einsatz abzubrechen», sagt Yvo Laib, Chef vom Führungsorgan Suhrental-Uerkental.

In einem Fall musste der Zivilschützer dem Frieden zuliebe an den Arbeitsplatz zurückgeschickt werden. «Es ist sehr erstaunlich – im Nachgang werden wir das Gespräch suchen müssen», so Laib. Die Familie Räbmatter kann die fehlende Solidarität nicht verstehen. «Ohne die Unterstützung des Milizsystems in solchen Situationen, wäre die Wirtschaft nicht konkurrenzfähig», sagt der Geschäftsführer vom Transportunternehmen, Herbert Räbmatter. (yas)

Der Eingangsbereich der sieben Reiheneinfamilienhäuser (rechts) an der Hinterhubel- strasse in Uerkheim wurde total überflutet. Das Auto von Rebecca Kaiser gegen das Vordach gedrückt. 1
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«So hoch stand das Wasser.» Rebecca Kaiser im Eingangsbereich des Hauses ihrer Eltern. Vor und neben ihr Habseligkeiten, die total durchnässt und verdreckt wurden. Fast alles muss weggeworfen werden.
Grosse Schäden in Uerkheim.
Mario Schaffner, der Freund der Nichte, hilft beim Aufräumen. Der Lebensmittelladen von Elsbeth Byland ist total überflutet worden. Praktisch alles muss entsorgt werden.
Haben eine Pause verdient: Andreas Moser (2. v. l.) und seine Helfer Fabian Moser, Fritz Roth, Beat Bolliger und Andreas Bolliger gestern Morgen beim Aufräumen. Links das an die Wand gedrückte Auto und Bleche der Garagen.
Grosse Schäden in Uerkheim.
Überschwemmung in Uerkheim
Überschwemmung in Uerkheim
Überschwemmung in Uerkheim
Überschwemmung in Uerkheim
Überschwemmung in Uerkheim
Überschwemmung in Uerkheim
Uerkheim nach der Überschwemmung am Samstagabend.

Der Eingangsbereich der sieben Reiheneinfamilienhäuser (rechts) an der Hinterhubel- strasse in Uerkheim wurde total überflutet. Das Auto von Rebecca Kaiser gegen das Vordach gedrückt. 1

ZVG