Uerkheim-Zofingen

Nach dem Fusions-Nein: Entweder sparen oder mehr Steuern zahlen

Gestern auf der Gemeindegrenze Zofingen-Uerkheim: Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger (links) undGemeindeammann Markus Gabriel versicherten sich mit Handschlag, dass die Türen offen bleiben.KBZ

Gestern auf der Gemeindegrenze Zofingen-Uerkheim: Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger (links) undGemeindeammann Markus Gabriel versicherten sich mit Handschlag, dass die Türen offen bleiben.KBZ

Nachdem die Fusion der beiden Gemeinden Uerkheim und Zofingen gescheitert ist, stellt sich die Frage: Wie weiter? Sparen oder die Steuern erhöhen? Sicher ist einzig: Die Ammänner der beiden Gemeinden kandidieren für eine weitere Amtsperiode.

Gemeindeammann Markus Gabriel (Uerkheim) und Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger (Zofingen) sind nach wie vor enttäuscht über den Ausgang des sonntäglichen Fusions-Urnengangs. Trotz der «Niederlage» kapitulieren die beiden Ammänner als gute Demokraten aber nicht. Sie sind bereit, sich eine weitere vierjährige Amtsperiode (2014–2017) ihrer Gemeinde beziehungsweise ihrer Stadt zur Verfügung zu stellen.

Natürlich überlege man sich in einem solchen Fall, wo man sich mit viel Herzblut zupackend engagiert habe, ob nicht andere Leute das Ruder übernehmen sollten, meinen Gabriel und Hottiger. Doch kamen beide zur Überzeugung, dass weder der Gemeinderat Uerkheim noch der Stadtrat Zofingen etwas Falschen gemacht haben – die Mehrheit des stimmenden Volks war als letzte Instanz lediglich anderer Ansicht.

Gleichwohl werde man in Zofingen nicht einfach mir nichts, dir nichts zur Tagesordnung übergehen, gibt Hans-Ruedi Hottiger zu bedenken. Zuerst hätten Strengelbach und Brittnau bloss zu Fusionsverhandlungen schon Nein gesagt, und nun habe sowohl Uerkheim als auch Zofingen, nach erfolgreich durchgeführten Abklärungen, gegen einen konkreten Antrag votiert. Dies zwinge Zofingen, über die Bücher zu gehen.

Ergebnis verschlechtert

Offensichtlich sei es den Zofinger Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern noch viel zu wenig bewusst, dass die «goldenen Zeiten» endgültig vorbei seien. Der provisorische Rechnungsabschluss 2012 spreche mehr als nur eine deutliche Sprache. Konkret heisse dies, dass der Stadtrat das überarbeitete Budget 2013 beim Steuerertrag der natürlichen Personen um über eine Million Franken nach unten, den Aufwand im Gesundheitsbereich zusätzlich beträchtlich nach oben habe korrigieren müssen. Dies führe zu einer merklichen Verschlechterung des Ergebnisses. Im Voranschlag 2014 dürften dann grösstwahrscheinlich gut zwei Millionen Franken fehlen.

Im Zusammenhang mit der beantragten Vereinigung von Uerkheim mit Zofingen habe man versucht, die ernsthaften Probleme Zofingens offen aufzuzeichnen und Lösungen, in welche Richtung man sich als Bezirkshauptort und als Zentrumsgemeinde entwickeln müsse, um weiterhin dabei zu sein, darzulegen. Leider sei die Botschaft nicht angekommen.

Was Stadtammann Hottiger zudem heftig beschäftigt, ist die niedrige Stimmbeteiligung – über 60 Prozent der Stimmberechtigten blieben der Urne fern. Neben der Herausforderung nach innen gibt es auch noch eine Herausforderung nach aussen, unterstreicht Hottiger. Es könne schlichtweg nicht mehr länger hingenommen werden, dass Zofingen «als die Bösen, die nur nehmen wollen», und die Aussengemeinden «als die Guten, die nur geben sollen», dargestellt werden. Es sei und bleibe eine Tatsache, dass die Stadt Zofingen ausserordentlich vieles zugunsten der Bevölkerung in der Region leiste.

«Wir haben die Augen vorne»

Er habe zusammen mit seiner Ratskollegin und seinen Ratskollegen die Augen vorne und nicht hinten, erklärt Markus Gabriel. Die Mehrheit seiner stimmenden Mitbürgerinnen und Mitbürger hätten sich für den Alleingang entschieden – dies gelte es ohne Wenn und Aber zu respektieren. Der Alleingang werde allerdings nicht zum Nulltarif möglich sein – und dies habe der Gemeinderat stets unmissverständlich kommuniziert. Das Budget 2014 werde, und dies sei bereits heute eine feststehende Tatsache, nicht um eine beachtliche Sparrunde auskommen, oder aber es werde der Steuerfuss um fünf Prozent angehoben, gibt Gemeindeammann Gabriel zu bedenken. Wichtig sei zudem, dass man sich nun nicht in ein Schneckenhaus zurückziehe, sondern offenbleibe.

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