Menziken
Nach Beziehungsstreit: Mann missachtet Wegweisung und wird verhaftet

Die Kantonspolizei musste in Menziken in der Nacht auf Mittwoch einen Mann vorläufig festnehmen, nachdem es vorgängig zu einem tätlichen Streit zwischen ihm und seiner Freundin kam. Eine polizeiliche Wegweisung hatte er zuvor bereits missachtet.

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Häusliche Gewalt: Die Polizei musste in Menziken einen Mann nach einem Beziehungsstreit verhaften

Häusliche Gewalt: Die Polizei musste in Menziken einen Mann nach einem Beziehungsstreit verhaften

Aargauer Zeitung

Am Dienstag, kurz nach 23 Uhr, mussten die Kantons- und Regionalpolizei an einen Beziehungsstreit nach Menziken ausrücken. Nach der ersten Vorsprache stellte sich heraus, dass gegenseitig Tätlichkeiten ausgeteilt wurden. Beide Beteiligten, eine 27-jährige Frau und ihr 29-jähriger Freund standen zu diesem Zeitpunkt unter Alkoholeinfluss und stritten sich tätlich.

Dem jungen Agressor wurde daraufhin eine polizeiliche Wegweisung von 10 Tagen ausgesprochen - gestützt auf das Gesetz.

Nachdem er sich entfernte, kehrte er innerhalb weniger Stunden trotzdem wieder zurück und sprach Drohungen gegen die Partnerin aus, sodass der Streit ein zweites Mal eskalierte. Erneut mussten die Polizeikräfte vor Ort ausrücken.

«Häusliche Gewalt»: 1000 Ausrückungen pro Jahr

Die Kantonspolizei Aargau nahm ihn daraufhin vorläufig fest und inhaftierte ihn für die weiteren Ermittlungen, da der 29-jährige Mann unter anderem die Wegweisung der Polizei nicht zur Kenntnis nahm.

Seit 2004 ist häusliche Gewalt ein Offizialdelikt. Das heisst, dass die Behörden bei Hinweisen von sich aus tätig werden, ohne dass das Opfer eine Anzeige gegen den Täter eingereicht hat.

Die Kantonspolizei Aargau sowie die Regionalpolizeien rücken seit der Gesetzänderung jährlich zu mehr als 1000 Fällen wegen «Häuslicher Gewalt» aus. Dabei können durch diese Stellen Zwangsmassnahmen wie die polizeiliche Wegweisung oder gar eine vorläufige Festnahme verfügt werden.

«Nach dem Polizeigesetz haben wir die Kompetenz, jemanden bis zu 20 Tage von der ehelichen Wohnung wegzuweisen - von dem wird auch häufig Gebrauch gemacht. Im Weiteren können wir auch jemanden vorläufig festnehmen und die Staatsanwaltschaft darüber orientieren, die dann entscheidet, ob es eine Inhaftierung benötigt, weil eine grosse Gefährdung vorliegen könnte», sagt Mediensprecher Roland Pfister.

Eine weitere imposante Zahl zur häuslichen Gewalt: Das Notruftelefon der Kantonspolizei Aargau klingelt täglich bis zu zehn Mal, weil ein Mann seine Frau abgeschlagen oder bedroht hatte. (sha)