Gemeindeangestellter

Nach 50 Jahren geht Alfred Laubacher in Pension: Er war sein ganzes Berufsleben mit Kölliken verheiratet

50 Jahre im Dienste Köllikens: Alfred Laubacher im Werkhofgebäude.

50 Jahre im Dienste Köllikens: Alfred Laubacher im Werkhofgebäude.

50 Jahren war Alfred Laubacher für die Gemeinde Kölliken tätig. Der einzige Stellenwechsel seiner Laufbahn war einer Verletzung geschuldet.

Als Alfred Laubacher in den Dienst der Gemeinde Kölliken trat, war die Autobahn noch brandneu. 1970 begann der heute 65-Jährige seine Lehre als Forstwart und blieb Kölliken 50 Jahre lang treu. Erst war er 30 Jahre lang Forstwart, dann wechselte er in den Werkhof. Nun wird er als stellvertretender Werkhofleiter Ende Monat pensioniert. Es seien die Leute, die eine gute Arbeitsqualität ausmachten, sagt er in der Kaffeepause im Werkhofgebäude, dem ehemaligen Feldschlösschen-Lager. «Ich hatte das Glück, dass ich immer tolle Kollegen, immer ein gutes Team, hatte. Deshalb hatte ich keinen Grund, die Stelle zu wechseln.»

Nur einmal im Leben die Stelle gewechselt

Der einzige Stellenwechsel seiner Laufbahn war denn auch nicht der schwindenden Lust am Job geschuldet, sondern einer Verletzung, die der damalige Forstwart sich Ende der 90er-Jahre zuzog. «Ich fragte die Gemeinde, ob sie mich woanders einsetzen könnten. Und dann kam eines Tages aus heiterem Himmel diese Stelle im Bauamt.»

Die Verletzung liess Laub­acher just zu jener Zeit die Forstwirtschaft verlassen, als die Arbeit der Förster wegen fallender Holzpreise immer schwieriger wurde. «Als ich in den 70ern anfing, bekam man noch etwas fürs Holz. Inzwischen mindert vor allem der Borkenkäfer unsere Holzqualität, auch, weil er wegen der trockenen Sommer beste Voraussetzungen hat.»

Auch im Bauamt war Laubacher für Natur – «Grün», wie er es nennt – zuständig. Ohne Bäume, Pflanzen und Tiere, das wird offensichtlich, wenn er spricht, könnte er nicht sein. In Arbeits- und Freizeitstunden ist er gerne draussen, daher auch die gesunde Bräune, die im Gesicht durch weisse Lachfaltenlinien durchzogen wird. Erst spielte er 30 Jahre lang Handball, dann wurde er Mountainbiker.

Den Menschen näher zur Natur bringen

Dazu gehört auch, was Mutter Natur auf uns herablässt: «Es gibt nichts Schöneres, als morgens um 5 Uhr mit dem Schneepflug unterwegs zu sein», sagt er. Die schneefreie Strasse hinter sich, links und rechts der aufgetürmte Schnee – «man sieht gleich, was man geleistet hat». Die schneereichen Winter im Unterland sind Geschichte. «Und trotzdem haben wir im Winter stressige Nächte, weil die Leute heutzutage auch bei Eis auf den Strassen innert fünf Minuten bei der Arbeit sein wollen.» Anderes hat sich zum Besseren gewandt, etwa die Beziehung der Leute zur Natur. Als der 15-jährige Alfred Laubacher 1970 seine Lehre zum Forstwart machte, wurde der Wald vom Menschen rege genutzt, aber wenig gepflegt. Dann habe man angefangen, die Leute zu sensibilisieren und bei Gemeindebauprojekten Raum für die Natur einzuplanen. Dass der Mensch die Vielfältigkeit der Natur wieder kennenlernt, dafür hat sich Laubacher ein ganzes Berufsleben lang eingesetzt. «Heute gibt es in Kölliken immer mehr Orte, wohin sich kleine Tiere, von der Eidechse bis zum Wiesel, zurückziehen können», sagt er.

Manche Unmoden aber scheint sich der Mensch nie abgewöhnen zu wollen: Welche Mengen von Abfall an Köllikens Strassenränder zusammengesammelt werden müssen – der Mann schüttelt den Kopf. «Und manche Leute werfen ihre Dose doch tatsächlich neben einen Abfalleimer.»

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