Moosleerau
Nach 22 Jahren als Abwart ist nun Schluss

Das Schulhausabwartepaar Verena und Christian Hunziker-Matter geht in Pension. Seit dem 1. April 1989 haben die Hunzikers im Schulhaus für Ordnung gesorgt, waren für alle da – 24 Stunden am Tag. Nun beginnt für die beiden ein neuer Lebensabschnitt.

Daniela Zemann
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Verena und Christian Hunziker-Matter vor dem Schulhaus in Moosleerau. «Wir haben gerne hier gearbeitet», sagen beide. daz

Verena und Christian Hunziker-Matter vor dem Schulhaus in Moosleerau. «Wir haben gerne hier gearbeitet», sagen beide. daz

«Doch», sagt Christian Hunziker, «hier hat es uns gut gepasst.» 22 Jahre lang waren er und seine Frau Verena Hunziker-Matter Schulhausabwarte in Moosleerau. Letzte Woche hatten die beiden 63-Jährigen ihren letzten Arbeitstag.

Seit dem 1. April 1989 haben die Hunzikers im Schulhaus für Ordnung gesorgt, waren für alle da – «24 Stunden am Tag», sagen sie, die bis vor kurzem unterhalb der Schule gewohnt haben. Jetzt leben sie in Muhen. Als «gäbig» bezeichnen sie ihren alten Wohnort, «denn so waren wir sofort vor Ort, wenn ein Lehrer im Zimmer das Licht hat brennen lassen», sagt Christian Hunziker. Doch weiss er: Nur Vorteile hatte die günstige Wohnlage nicht. Man habe deshalb manchmal auch fast erwartet, dass der Abwart stets auf Abruf sei, sagt er. Beispielsweise im Winter, wenn es geschneit hatte und der Schnee geräumt werden musste. «Deshalb war es eigentlich ganz gut, dass wir keine Wintersportler sind», sagt Verena Hunziker. Winterferien waren so nie ein Thema für das Paar. Auch blieben die Hunzikers kinderlos, «was für unseren Job ein weiterer Vorteil war», sagen sie. «Aber alles haben wir uns nicht gefallen lassen, wir wussten uns zu wehren, wenn zu viel von uns verlangt wurde.»

Keine nachsitzenden Schüler

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben. «Ob das problematisch war?» Christian Hunziker schmunzelt. «Keinesfalls. Im Gegenteil.» Seine Frau und er hätten sich ergänzt. Beide waren zu je 50 Prozent angestellt, Christian Hunziker arbeitete zudem zu 50 Prozent auf dem Bauamt.

Während der letzten 22 Jahre haben die Hunzikers viele Chefs erlebt. «Die Gemeinderäte kommen und gehen», sagt Christian Hunziker. Ihm selbst war es wichtig, dass er nicht zum Chef, zum Erzieher der Kinder umfunktioniert wurde. Deshalb hat er es kategorisch abgelehnt, die Schüler bei sich nachsitzen zu lassen. «Das», sagt er, «ist Sache der Lehrer.» Mit denen pflegten die Hunzikers stets ein gutes Verhältnis.

Ausgebuchter März

Nun freuen sich die Eheleute vor allem auf die freie Zeiteinteilung, darauf, keinen Stundenplan mehr zu haben. Doch mussten sie sich bei der Planung des ersten Monats in Pension bereits selbst bremsen. «Der März ist praktisch ausgebucht», sagt Christian Hunziker. Von daher könne schon etwas dran sein am Mythos, dass Rentner nie Zeit hätten. Den Hobbys nachgehen, wandern, Velo
fahren – das steht auf der Wunschliste der beiden. Auch wollen sie mehr Zeit im Wallis, in ihrem Ferienhaus in Täsch, verbringen.

Das Amt der Hunzikers haben die Eheleute Maya und Franz Cavegn übernommen. «Die beiden werden sich schnell hier einleben», ist Christian Hunziker überzeugt. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass er und seine Frau aushelfen, wenn Not am Mann sein sollte.

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