Moosleerau
«Muss etwas passieren, bis etwas geht?»

Das erste «Dorfgspröch» zog nicht die Massen an, doch ein guter Anfang ist gemacht.

Peter Weingartner
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Nathalie und Jürg Strebel (hinten) haben die Gelegenheit genutzt und die Gemeinderäte Silvia Morgenthaler und Tobias Stauber am ersten Dorfgespräch mit vielen Fragen konfrontiert.

Nathalie und Jürg Strebel (hinten) haben die Gelegenheit genutzt und die Gemeinderäte Silvia Morgenthaler und Tobias Stauber am ersten Dorfgespräch mit vielen Fragen konfrontiert.

Peter Weingartner

Der runde Stammtisch im «Sternen» Moosleerau ist besetzt; an einem rechteckigen Achtertisch daneben sitzen Gemeindeammann Silvia Morgenthaler und Gemeinderat Tobias Stauber, für Technische Betriebe und Strassen zuständig. Ob jemand kommt, zum ersten «Dorfgspröch» des Gemeinderats? «Der Grundgedanke ist es, den Einwohnern die Möglichkeit zu bieten, Fragen und Anliegen direkt mit Gemeinderatsmitgliedern zu diskutieren, und das in ungezwungener Atmosphäre», sagt Silvia Morgenthaler.

Kurz nach 20 Uhr setzen sich Nathalie und Jürg Strebel an den Tisch. Wer sich engagieren will, das wird schnell klar, findet in Moosleerau offene Türen. Tobias Stauber ist ein gutes Beispiel: Er hat hier gearbeitet, ist dann aus dem Ruedertal ins Suhrental gezogen und seit Kurzem Gemeinderat. In der Gaststube hängt ein Schild: Walde, Piste gut. Das weckt Erinnerungen, bringt das Gespräch in die Gänge. Blochers Tochter, Nachrichtendienst, Kantonale Verwaltungsapparate, Velowege im Ruedertal: Nach einer halben Stunde hat man sich aufgewärmt, und Jürg Strebel lanciert die Diskussion.

Die Verkehrssituation, vor allem, was die Sicherheit der Schulkinder angeht, befriedigt nicht. Strassen, die gehören in Tobias Staubers Ressort. Es geht vor allem um den neuralgischen Punkt, wo die eine Hauptstrasse Richtung Attelwil abzweigt, während die andere ins Luzernische führt: Fussgängerschutz, Vortrittsregime, Linksabbiegerproblematik. Der Ball liege beim Kanton, sagt Stauber. Silvia Morgenthaler habe das Problem dem zuständigen Regierungsrat Stefan Attiger «ans Herz gelegt»: «Muss etwas passieren, bis etwas geht?»

Fachmann Tobias Stauber sagt, die Sache sei «ziemlich kompliziert». Es lägen fünf, sechs Varianten vor, doch keine werde allen Bedürfnissen gerecht. Er nimmt das Notizbuch zur Hand und skizziert die Situation, zeigt die Problematik auf. Vor allem müsse auch der Strassenbelag bei der Unterführung saniert werden, denn der sei gefährlich: mangelnde Bodenhaftung in der Kurve. Stauber rechnet damit, dass es in 14 Tagen zu einem Augenschein mit den Vertretern des Kantons, die entscheiden, kommt: «Man muss die Situation sehen; Pläne reichen nicht, um sich ein richtiges Bild zu machen.»

Das Thema Verkehr regt an zu Fantasien. Den ganzen Verkehr unterirdisch führen? Oder doch die Autobahnen doppelstöckig? Und wie wird es sein, wenn die Autos dereinst selbstständig fahren? Der Schwerverkehr, der Richtung Luzern aus Kostengründen das Suhrental quert, wird als bedrohlich angesehen.

Über Demenzprophylaxe und die unterschiedlichen Strategien, wie man einen Geschirrspüler füllen kann, findet das erste Dorfgespräch gegen 22 Uhr sein Ende. Locker wars, gemütlich. Einen Kaffee noch oder ein zweites Panaschee. Im Juni und im August finden die nächsten Gespräche mit jeweils zwei Vertretern des Gemeinderats statt. Wiederum im «Sternen».

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