Güterverkehr
Muss die Wynental-Suhrentalbahn Geld zurückzahlen?

Grossrat Beat Leuenberger (SLB) will vom Regierungsrat wissen, wie es mit dem Güterverkehr der WSB im Wynental weitergeht.

Aline Wüst
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Rollböcke für die Verlagerung der Güter auf die WSB-Linie (Archiv). PSI

Rollböcke für die Verlagerung der Güter auf die WSB-Linie (Archiv). PSI

In der am Dienstag eingereichten Interpellation geht es dem Grossrat aus Schöftland aber auch darum zu erfahren, wie der Regierungsrat grundsätzlich zu einer Verbesserung der Verkehrsanbindung des oberen Wynentals steht.

Grund für seine Interpellation ist der Entscheid von Aar bus+bahn, dass ab Januar 2013 im Wynental keine Güter mehr auf den Gleisen transportiert werden. Dabei irritiert Leuenberger, dass der Regierungrat eine Interpellation aus dem Jahr 2008 zur Zukunft des Güterverkehrs im Tal damit beantwortete, dass in nächster Zeit verschiedene Investitionen in den Güterverkehr getätigt werden. «Mit diesen Infrastrukturen sind die technischen Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des Güterverkehrs im Wynental gegeben», meint der Regierungsrat im Jahr 2008. Die angesprochenen Investitionen wurden mittlerweile getätigt. Eine davon ist die Erneuerung der Rollbockanlage in Suhr.

Wie sich vergangenen Juli herausstellte, war diese Einschätzung des Regierungsrats zum Güterverkehr im Wynental zu optimistisch. Vor drei Monaten teilte Aar bus+bahn mit, dass die Nachfrage im Güterverkehr rückläufig ist. Sie macht dabei die veränderte wirtschaftliche Lage geltend, wie die Verlagerung der Produktion der Alu Menziken.

Fehlinvestition in Güterverkehr?

Mit der Einstellung des Güterverkehrs stellt sich auch für Grossrat Leuenberger die Frage, ob die Investition von fünf Millionen in eine neue Rollbockanlage in Suhr eine Fehlinvestition war. Er will darum vom Regierungsrat wissen, ob er per Ende Jahr Rückforderung an SBB Cargo und WSB stellen werde. Da die kürzlich gebaute, fünf Millionen Franken teure, Rollbockanlage künftig nicht mehr gebraucht wird.

Die Verantwortlichen von Aar bus+bahn wollten dazu gestern keine Stellung beziehen. Dies, obwohl die Aargauer Zeitung dem Medienverantwortlichen von Aar bus+bahn bereits im Mai die Frage stellte, ob es sich bei der kürzlich erstellten Rollbockanlage um eine Fehlinvestition handle. Im Mai wie auch gestern blieb aar bus+bahn die Antwort schuldig und verwies auf den abwesenden Direktor Mathias Grünenfelder.

Ist Weiterbetrieb möglich?

Beat Leuenberger will ausserdem vom Regierungsrat wissen, ob ein Weiterbetrieb des Güterverkehrs möglich sei. Ob die Möglichkeit bestehe den Güterverkehr während der Nachtruhezeiten im Personenverkehr durchzuführen und ob die Firmen mit Gleisanschluss aufgrund der Einstellung entschädigt würden.