Die aus Menziken stammende Oboistin Ursula Merz hatte zwei Oboenkonzerte voller heiterer Italianità ausgewählt: eines von Domenico Cimarosa, eines von Tomaso Albinoni (jenes mit dem berühmten langsamen Mittelsatz).

Die Solistin interpretierte die beiden Werke mit sprühender Vitalität, bestechender Virtuosität und wunderschönem Klang. Das Orchester, umsichtig geleitet von David Reitz, bemühte sich redlich um genaue und zuverlässige Begleitung. Das gelang bei Albinoni überraschend gut, obwohl die rund zwanzig Streicher die Solistin mitunter übertönten. Zu Beginn des Konzerts von Cimarosa gab es gewisse Anlaufschwierigkeiten, die den guten Gesamteindruck allerdings nicht nachhaltig zu trüben vermochten.

Der «vergessene» Sibelius

Leider taucht der Name Jean Sibelius viel zu selten in den Konzertprogrammen auf. Dabei hat er wunderbare, romantische, den Norden Europas skizzierende Musik geschrieben. Zwei kurze Stücke, ein Impromptu und ein Andante Festivo für Streichorchester, waren eindrücklicher Beweis dafür, dass dieser Komponist zu Unrecht vernachlässigt wird.

Das Orchester, von seinem Dirigenten voller Energie angespornt, fühlte sich sichtlich wohl, gestaltete differenziert, mal zupackend, mal schwärmerisch und hier auch mit sicherer Intonation. Es wäre schön, wenn die Camerata auch in Zukunft solche Perlen aus dem reichen Fundus des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts in ihre Programme einbaute.

Mit Spielfreude am Werk

Im Zentrum des innovativ gestalteten Programms stand eines der bekanntesten Werke Mozarts. Die Serenade, die der Salzburger Meister vier Jahre vor seinem viel zu frühen Tod geschrieben hat, ist unter dem Titel «Eine kleine Nachtmusik» bestens bekannt. Die G-Dur-Serenade ist ein viersätziges Werk, aufgebaut wie eine veritable Sinfonie – und sie ist voller technischer Schwierigkeiten.

Deshalb war es sicher ein Wagnis, die «Nachtmusik» ins Programm aufzunehmen, zumal sich sogar Berufsorchester vor allem am letzten Satz nicht selten die Zähne ausbeissen. Die Mitglieder der Camerata machten sich voller Eifer ans Werk, spielten mit spürbarer Spielfreude, suchten die Details so gut wie möglich auszuleuchten.

Klugerweise wählte der Dirigent eher langsame Tempi und trug so dazu bei, dass das Orchester technisch nicht überfordert war. Trotzdem merkte man im Finale, dass die Musikerinnen und Musiker hier an ihre Grenzen gelangten. Und das Fazit? Ein schöner Beitrag zum Frühlingsbeginn.