Muhen

Muhen und Hasle nageln um die Wette

Fritz Hottiger, der ehemalige Bärenwirt gibt alles. Peter Weingartner

Fritz Hottiger, der ehemalige Bärenwirt gibt alles. Peter Weingartner

Können und etwas Glück gehören dazu: Beim Naglerwettkampf im Waldhaus Muhen mit Entlebucher Gästen versenkten rund 40 Nagler underte von Nägeln.

«Vertami nomou», flucht Fritz Hottiger, der ehemalige «Bären»-Wirt. Er hat nach starkem Beginn eine Serie von Fehlschlägen zu verkraften. Beim Waldhaus Muhen wird genagelt. Am Anlass der Bärekorvenagler Muhen, einem Club, bestehend aus momentan sieben und maximal zehn Mitgliedern, sind die Entlebucher Nagler vom Naglerklub Hasle zu Gast. «Bis zu 800 Nägel werden vernagelt», sagt Beno Müller, der Chef der Müheler Nagler. Oder korrekter: der Master. Er wird jedes Jahr neu bestimmt. Und er hat jeweils ein Jahresprogramm zusammenzustellen mit mindestens vier Anlässen wie Skiweekend, Wanderung, Weihnachtsessen, Nagelwettkampf. Beno Müller: «Jeder kommt dran.»

Vier Schläge für drei Nägel

Es gilt am Turnier, drei Nägel im Stock zu versenken. Steht noch etwas vom Nagelkopf vor, muss geschlagen werden, bis er im Holz steckt. Die Besten des Nachmittags qualifizieren sich für den Final. «Der Rekord liegt bei vier Schlägen», weiss Beno Müller. Es sind immerhin 90 Millimeter lange Nägel zu versenken, und das mit einem Rohrhammer. Da hat man schnell danebengehauen. Edi Bieri, Landwirt aus Schüpfheim, hat sich mit acht Schlägen locker qualifiziert, derweil Fritz Hottiger noch kämpft. «Ehrgeizig bin ich immer noch, trotz meiner 70 Jahre», sagt er und schaffts. Wer sagt da, Nageln sei Männersache? Auch Cilli Frauchiger, deren persönlicher Rekord bei sieben Schlägen liegt, ist mit 13 Schlägen bei den Leuten.

Am Anfang des Clubs stand ein Skiweekend auf der Axalp, wo Fritz Hottiger eine Wohnung besass. Für den Namen Bärekorvenagler habe man sich nach Prüfung von rund 70 Namensvorschlägen entschieden, sagt Beno Müller. Beim «Bären» werde geübt. Wie aber kommen die Entlebucher nach Muhen? Sie haben sich bei den Mühelern gemeldet, nachdem diese in der Quiz-Sendung «5 gegen 5» ohne Erfolg teilgenommen hatten. Statt Geld haben sie nun immerhin Brüder im Geiste gefunden, und man hält Gegenrecht, wenn die Entlebucher an der Fontanne nageln.

Interkantonaler Kulturaustausch

In Muhen wird mit dem Rohrhammer (innen hohl) genagelt, derweil die Entlebucher den «Bielihammer» verwenden. Was im Muhen Stock heisst, der Stamm, in den die Nägel getrieben werden müssen, nennen die Entlebucher «Totze». Fritz Hottiger ist übrigens im Final (Cup-System) in der ersten Runde ausgeschieden. Hanspeter Annen aus Oberentfelden siegte bei den Männern, Monika Glanzmann aus Hasle bei den Frauen.

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