Nutzungsplanung
Muhen bereitet sich auf Zukunft vor – mit einem Bevölkerungswachstum

Die Gemeinde überarbeitet die Nutzungsplanung und erstellt einen neuen kommunalen Gesamtplan Verkehr. Dabei stellt sie sich auf verdichtetes Bauen und Tempo 30 ein.

Christine Fürst
Merken
Drucken
Teilen
In Muhen wird die Nutzungsplanung revidiert.

In Muhen wird die Nutzungsplanung revidiert.

cfü

Langsam nimmt sie Formen an, die Revision der Nutzungsplanung in Muhen. Vor rund einem Jahr wurde ein neu erarbeitetes Ortsplanungsleitbild vorgestellt. Nachdem die Bevölkerung mitwirken konnte, hat es der Gemeinderat verabschiedet. Es dient als Grundlage für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung in Muhen. Revidiert werden die Bau- und Nutzungsordnung, der Zonenplan, der Kulturlandplan und neu kommen der kommunale Gesamtplan Verkehr sowie der Hochwasserschutzplan dazu. Diese Planungsinstrumente wurden am Donnerstagabend vorgestellt.

«Das ist kein fixfertiges Produkt», sagte Gemeindeammann Andreas Urech zu Beginn des Informationsanlasses für die Bevölkerung. Denn nun sei die Mitwirkung der Bevölkerung gefragt. Bei der Revision gäbe es einige Punkte zu beachten, welche die Gemeinde künftig beschäftigen werden.

«Die Gemeinde Muhen bleibt vom Bevölkerungswachstum nicht verschont, und auch in Muhen wird man immer älter», sagte Urech. Damit sprach er zwei wichtige Punkte an: das stetige Bevölkerungswachstum und die demografische Entwicklung. Zudem wird sich die Gemeinde auch damit auseinandersetzen müssen, welche alten Gebäude saniert oder abgerissen werden. Auch die Verkehrsentwicklung wird die Gemeinde vor grosse Herausforderungen stellen.

Gewerbezonen erweitern

Zentral sind die Gewerbezonen, denn Muhen möchte in diesen Zonen Reserven schaffen. So soll für die Firma Kapag, welche Karton und Papier verarbeitet, ein Abtausch von Bauzonen ermöglicht werden. Für die Erneuerung des Betriebs wird eine Bauzone flächengleich an einen anderen Ort verschoben. Die Firma sei für die Gemeinde ein wichtiger Arbeitgeber, sagte Bauverwalter Andreas Schmucki.

Auch die Gewerbezone Nidermatt soll erweitert werden. Wegen des neuen Raumplanungsgesetzes dürfen jedoch keine Flächen mehr zusätzlich eingezont werden. Ein Abtausch ist jedoch möglich. Deshalb sieht die Gemeinde vor, nicht hinreichend erschlossene Bauzonen am Multenrain und in der Verlängerung der Panoramastrasse sowie eine Fläche in der Ankenmatt auszuzonen und dafür die Arbeitsplatzzone Nidermatt zu erweitern.

Verdichtetes Bauen fördern

Im revidierten Zonenplan werden neu die Wohnzonen W1 zu Wohnzonen W2. Damit würde in diesen Gebieten dichter gebaut werden dürfen. «Die Ausnützungsziffer in der Wohnzone W1 ist sehr niedrig und eine höhere Dichte ist durchaus quartierverträglich», sagte Schmucki.

Neu will die Gemeinde Muhen auch ein Bonussystem einführen, das die Verdichtung nach Innen fördern soll. Dieser Bonus wird laut Schmucki nicht in Form von Geld ausbezahlt, sondern ist an die Nutzungsziffer gekoppelt. So können beispielsweise in einer Zone, in der eigentlich nur zweigeschossige Häuser erlaubt sind, unter Einhaltung qualitativer Aspekte auch drei Geschosse realisiert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung des Müheler Ortszentrums. Dieses soll aufgewertet und gestärkt werden sowie zu einem kommunalen Treff- und Versorgungspunkt heranwachsen. Zudem sollen neue Bauprojekte im Ortszentrum immer mit einem Gestaltungsplan verbunden werden.

Der neue kommunale Gesamtplan Verkehr ermöglicht es der Gemeinde, Verkehrsprobleme zu erkennen und Massnahmen problemorientiert zu planen. So sind bereits jetzt Zonen, vor allem Wohnquartiere, ausgeschieden, in denen es einen siedlungsverträglichen Verkehr braucht. «Damit wäre in diesen Zonen auch Tempo 30 möglich», sagte Ammann Andreas Urech. Momentan gäbe es aber laut Urech noch keine Pläne dazu, doch er sagt: «Immer wieder kommt die Forderung für Tempo-30-Zonen aus der Bevölkerung.»

Am 15. September, also am Montag, beginnt die Mitwirkung zur neuen Nutzungsplanung und zum kommunalen Gesamtplan Verkehr. Sie dauert bis 15. Oktober.