1318 Personen wohnten Ende 2016 in Zetzwil. Im Jahr 2035 soll die Gemeinde zwischen 1600 und 1850 Einwohner umfassen können. «Man möchte nicht explodieren, sondern moderat wachsen», sagte Planer Matthias Räber an der Orientierungsversammlung zur Strategie der Gemeinde zur Nutzungsplanung. Ab Montag läuft das Mitwirkungsverfahren der Bevölkerung.

Um dies zu erreichen, sieht die Revision des Nutzungsplans Änderungen in den Gebieten Bohnenacher-Bünte, der Gewerbezone im Dorfzentrum und im Mitteldorf vor. Im Gebiet Bohnenacher-Bünte, westlich der Hauptstrasse Richtung Aarau, schlägt die Nutzungsplanungskommission eine Erweiterung der dreigeschossigen Wohnzone vor. Damit soll die Siedlungslücke Richtung Dorfzentrum geschlossen werden. Dies allerdings erst in einer dritten Etappe, in den nächsten 10 bis 15 Jahren. Das Areal umfasst gut 270 00 Quadratmeter. Das Gebiet ist wie das Gebiet Mairüti mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt.

Mit einer Umzonung der aktuellen Wohn- und Gewerbezone zwischen Dorfzentrum und Wyna in eine reine Arbeitszone sollen bestehende Gewerbebetriebe die Möglichkeit erhalten, zu expandieren, und neu zugezogene etwas Grösseres aufstellen können. Das Areal soll bereits in den nächsten fünf Jahren überbaut werden können.

Moderate Verdichtung

Im locker überbauten Mitteldorf, östlich der Hauptstrasse, ist eine «moderate Verdichtung» angedacht. Allerdings besteht gemäss Plan hier eine Gestaltungsplanpflicht. Ein Fakt, der laut Räber die Grundbesitzer dazu zwingen wird, sich zusammenzuraufen. Man möchte im Dorfzentrum eben kein Brachland und möglichst keine neuen Einfamilienhäuser. Ein Anreiz ist gemäss Räber eine bedeutend höhere Ausnützungsziffer von 0,9. Dass das Gebiet in drei Teile aufgeteilt ist, mag die Sache erleichtern. Ist die Planung eines Teilgebietes umstritten, so tangiert dies die anderen beiden nicht.

Die Revision sieht Neueinzonungen vor, beispielsweise als Arrondierung von Grundstücken oder als Grünzone am Siedlungsrand. Bei den Auszonungen handelt es sich um von Grösse und Gestalt her nicht überbaubare Parzellen, da nicht erschlossen oder weil die Besitzer keine konkreten Bauabsichten hegen. Schadenersatzpflichtig würde die Gemeinde deshalb nicht, sagte Räber. Netto ist die Fläche der Auszonungen knapp 5000 Quadratmeter grösser als die Einzonungen; umgezont werden gemäss Plan rund 19 000 Quadratmeter. Die Revision der Nutzungsplanung definiert neu auch neun kommunale Schutzobjekte und das kantonale Schutzobjekt Mühle. Diese sind zu unterhalten und dürfen nicht abgebrochen werden. Aus- und Umbauten seien aber im Rahmen der Schutzziele möglich.

Bei der Revision der Bau- und Nutzungsordnung geht es vor allem um eine Harmonisierung der Baubegriffe. In der Dorfkernzone möchte man keine neuen Einfamilienhäuser. Und in der Landschaftsschutzzone, die am Hang Richtung Wald die Landwirtschaftszone überlagert, sollen keine Hochbauten erlaubt sein, ausgenommen sind die landwirtschaftlichen Betriebe.

Aufruf zur Mitwirkung

Ab nächstem Montag liegt die Gesamtrevision der Nutzungsplanung während 30 Tagen zwecks Mitwirkungsverfahren der Bevölkerung öffentlich auf. Sie ist auch auf der Website der Gemeinde einsehbar. «Nutzen Sie das Mitwirkungsverfahren, damit wir Ihre Ideen eventuell noch aufnehmen können. So ist Ihnen und uns gedient», ermunterte Gemeindeammann Thomas Brändle die Interessierten. Der Plan liegt gleichzeitig beim Kanton auf. Ziel ist eine öffentliche Auflage des definitiven Plans im Juni, dannzumal mit der Möglichkeit, Einwendungen zu machen, die vom Gemeinderat in Verhandlungen behandelt werden müssen, bevor im November die Gemeindeversammlung darüber entscheidet. Das letzte Wort hat der Regierungsrat.