Gelernt hat der Leimbacher Peter Müller, 46, einst Mechaniker. Der Umgang mit Stahl und Legierungen, mit Maschinen war zentral. Und natürlich gehörte das hochpräzise Arbeiten zu den Anforderungen. Mechaniker messen mit dem Mikrometer in der Hand auf Bruchteile von Millimetern genau.

Heute steht Müller in Leimbach in der eigenen Firma: die Peter Müller Polymechanik. Zur Schublehre und Feile sind rasch hochkomplexe Maschinen gekommen.

Seit letztem Oktober steht eine weitere CNC-Fräsmaschine im Einsatz. Eine Hightech-Maschine, die es ermöglicht, ganz komplizierte Formteile aus einem Metallblock herauszufräsen.

Müller hat vor 12 Jahren Maschinen von einem Mechanik-Betrieb übernommen und in Leimbach seine eigene Firma gegründet. Als Polymechanik-Betrieb ist er heute Zulieferer für den Maschinen- und Anlagebau, die Autoindustrie und den Motorrennsport.

Auch ganz hochwertiges Material wird in die Maschinen eingespannt. Feinere Komponenten stellt Müller für die Medizinaltechnik her. Selbst Uhrenbauer zählen zu seinen Kunden: Uhrengehäuse, präzis gefräst in Leimbach.

Prototypen und Kleinserien

Rund 1000 Aufträge wickelt Müller zusammen mit seinen fünf Mitarbeitern jährlich ab. «Wir fräsen dann, wenn andere nicht mehr können», sagt er. Grosse Serien von Werkstücken, das sei nicht Sache seines Betriebes.

«Wir sind spezialisiert auf kleine Serien, auf Prototypen und Einzelanfertigungen.» Da könnten sie ihre Stärken ausspielen. Die Vielfalt der Aufträge, die Möglichkeit gemeinsam mit Kunden neue Teile zu entwickeln und zu fertigen, das sei das Faszinierende an seinem Beruf.

Gerade bei Sonderanfertigungen könne seine «geniale Truppe» – wie er seine Mitarbeiter und sich nennt – das Fachwissen einbringen, erklärt Müller. Da seien Teamarbeit und Zusammenarbeit mit den Kunden gefragt.

«Letztlich geht es immer darum, eine Lösung zu suchen, die auch in der Produktion schlank und kostengünstig ist. Müllers Kunden sind hauptsächlich in der Schweiz zu Hause, einige auch in Deutschland und Österreich.

Zweiter Bereich: Griffmanufaktur

Vor zehn Jahren hat Peter Müller seiner Firma mit der Produktion von Griffen einen neuen, zweiten Bereich angegliedert. «Wir stellen in dieser Abteilung Metallgriffe, auch kombinierte Metall-, Kunststoffgriffe her für den Küchen- und Möbelbau.

Viele, die eine Schublade öffnen, ziehen an einem Müller-Griff. Hier haben sich die Leimbacher einerseits auf die Produktion einfacher «Seriengriffe» in verschiedenen Längen eingerichtet, andererseits aber auf Designerstücke und Einzelanfertigungen.

«Architekten und Küchenbauer kommen mit Ideen und Skizzen vorbei», sagt Müller, «da beginnt jeweils eine spannende, gestalterische Arbeit.» Zum Beispiel hat seine Firma kürzlich Schrankgriffe in der Form einer Musiknote produziert.

Diese schwarz glänzenden, silberfarbig umrandeten «Noten» werden im neu renovierten Hotel Schweizerhof in Luzern an die Schränke montiert.

Müller hält so ein edles Stück in der Hand, seine Augen leuchten. «Solches zu entwickeln und zu produzieren fordert uns in der ganzen Breite», sagt er. Den Wünschen eines Designers gerecht zu werden, etwas noch nie Dagewesenes zu produzieren, machts aus. «Das sind die Rosinen.»

Müller kann in beiden Geschäftsbereichen rasch reagieren. Kundenwünsche müssen innert kurzer Zeit erfüllt werden. «Das braucht Flexibilität, ein gut bestücktes Materiallager und die richtigen Fachleute.»