Verkehr
Mittelstreifen kommt nicht überall weg

Oberkulm und Zetzwil wollen eine so genannte Kernfahrbahn, Unterkulm sucht nach einer anderen Lösung für die Radfahrer.

Barbara Vogt
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Auch wenn ausserhalb der Gemeinden im Wynental das Radwegnetz recht gut ist, müssen sich die Velofahrer innerorts zwischen Autos hindurchquetschen. Weil die Strassen zu eng für den Ausbau eines Radstreifens sind, hat sich der Kanton für die Kernfahrbahn entschieden. Das sei eine sichere Alternative zum konventionellen Radweg, sagt Kreisingenieur Fridolin Vögeli. «In vielen Gemeinden haben wir Erfolg damit, etwa in Holderbank, Holziken, Schafisheim oder Rohr.»

Bei einer Kernfahrbahn wird der Mittelstreifen auf der Strasse entfernt und beidseitig eine gelbe, unterbrochene Markierung angebracht. Diese 1,25 Meter breite Fläche gehört den Velofahrern. Fahrzeuge dürfen diese Markierung nur befahren, wenn sie die Radler nicht behindern.

Die Gemeinden Zetzwil und Oberkulm sind froh über die Kernfahrbahn. «Wir haben viele Schüler, die jetzt auf der Hauptstrasse fahren müssen. Das ist zu gefährlich», sagt Gemeindeschreiber Ulrich Wiederkehr aus Oberkulm. Zu ihrer eigenen Sicherheit benutzen die Velofahrer das Trottoir. Was automatisch zu unliebsamen Begegnungen zwischen ihnen und den Fussgängern führt.

Die Kreisschule Mittleres Wynental heisst die Kernfahrbahn gut. Aber: «Das Problem ist damit nicht gelöst», so Schulleiter Alois Zwyssig. «Wir brauchen einen durchgehenden Veloweg im Wynental. Zu viele Schüler und Pendler sind dem Verkehr ausgesetzt.» Einige Eltern aus Oberkulm fürchten sich ebenfalls davor, ihre Kinder – trotz Kernfahrbahn – auf die dicht befahrene Strasse zu schicken.

Strasse zu eng im Dorfzentrum

Die Gemeinde Unterkulm hingegen hat sich gegen die Kernfahrbahn entschieden. Nicht, weil der Gemeinderat das System schlecht findet, sondern weil die Strassen im Zentrum
zu eng sind. Insbesondere bei der Abzweigung Richtung Böhler könne die Kernfahrbahn zu gefährlichen Situationen führen, betont Gemeindeammann Roger Müller. «Da kommen WSB, Strassenmündung und vieles andere zusammen.»

Der Unterkulmer Gemeinderat sucht seit längerem nach Lösungen, um die Radfahrer von der Strasse wegzuholen. Bereits vor Jahren hat ein Radwegprojekt bestanden, das allerdings von der Bevölkerung abgelehnt worden ist. In den nächsten Wochen findet eine Sitzung mit dem Oberkulmer und dem Unterkulmer Gemeinderat statt. Man habe bereits einige Vorschläge zu einem Radwegprojekt, so Müller. Wie diese aussehen, wollte er (noch) nicht preisgeben. Nur so viel: Velofahrer benutzen jetzt schon Quartierstrassen.