Triengen LU
Mit Rüeblitorte und Unterschriften gegen die Windanlage

Kulmerauer wehren sich gegen den geplanten Windpark und sammeln Unterschriften. Sie finden, das Kraftwerk würde die Lebensqualität in ihrem Dorfteil von Triengen beeinträchtigen.

Peter Weingartner
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Eine Rüeblitorte an der Trienger Gmeind war mit zwei Windkrafträdern dekoriert.

Eine Rüeblitorte an der Trienger Gmeind war mit zwei Windkrafträdern dekoriert.

Peter Weingartner

Die Rüeblitorte sah lecker aus. Doch im Kulmerauer Gemeindewappen, das auf der Torte abgebildet war, trug die Taube statt eines Zweigs einen Rotor im Schnabel. Gebacken hatte den Kuchen der Verein Pro Kulmerauer Allmend als Mitbringsel für die Trienger Gemeindeversammlung am Montagabend. Mit dabei waren auch gut 100 Unterschriften von Kulmerauern, die gegen die Windanlage sind. Der Verein plant eine Initiative gegen die geplante Windparkanlage der Centralschweizerischen Kraftwerke CKW.

Die Mitglieder finden, das Kraftwerk würde die Lebensqualität des Trienger Dorfteils Kulmerau beeinträchtigen. Urs Vogel vom Verein sagte, eine solche Anlage sei weder verhältnismässig noch nachhaltig und appellierte an die Solidarität. Am 12. Mai in Winikon und am 20. Mai in Triengen orientiert der Verein die Bevölkerung dieser Dorfteile.

Seit dem 1. Mai läuft zudem in Triengen die Unterschriftensammlung für eine Gemeindeinitiative. Sie verlangt einen Mindestabstand von 700 Metern von Windkraftanlage zu Wohnliegenschaften. Bis Ende Juni müssen die nötigen 100 Unterschriften zusammen kommen, Voraussetzung für eine Urnenabstimmung.

700 statt 300 Meter Abstand

Gemäss Richtlinien des Bundes sollten Windkraftanlagen 300 Meter von bewohntem Gebiet entfernt zu stehen kommen. Auch dieser Abstand werde unterschritten, sagen die Initianten, und sie argumentieren, dass in Bayern beispielsweise die zehnfache Mastenhöhe den Mindestabstand bestimme. Bei einer Nabenhöhe von rund 100 Metern, wie im Suhrentaler Windpark vorgesehen, wären das 1000 Meter. Pikant: Gemäss CKW-Pressesprecherin Simona Gambini begrüssten gerade die zwei nächstgelegenen Grundbesitzer das Projekt ausdrücklich. Gambini sagt, ein Mindestabstand von 700 Metern «würde einen Windpark in der Gegend verunmöglichen».

Wäre ein solcher Abstand in der ganzen Schweiz die Norm – eine Annahme der Initiative in Triengen könnte Signalwirkung haben – würde dies einen Grossteil der Windkraftprojekte in der Schweiz verhindern. Zudem stehe eine solche Forderung im Widerspruch zu den Empfehlungen der Umweltallianz der Umweltorganisationen, wonach sich geeignete Standorte für Windparks vor allem in ausreichend erschlossenen Räumen befinden sollen. Massgebend, so Gambini, seien die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung: «Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Detailplanung sind weitere Abklärungen und Optimierungen vorgesehen.»

Voraussetzungen für den Bau der geplanten Windkraftanlagen sind Umzonungen in den Gemeinden Kirchleerau und Triengen für je zwei Windkraftanlagen. Wann die Gemeindeversammlungen stattfinden, ist noch nicht bestimmt. Und wenn Kirchleerau zustimmt, Triengen aber ablehnt? Simona Gambini: «Wir streben eine einvernehmliche Lösung an. Entweder wird der Windpark von beiden Gemeinden getragen, oder er kommt nicht.»

Nachträgliches Steuergeschenk

An der Gemeindeversammlung senkte Triengen übrigens auf Antrag des FDP-Präsidenten die Steuern nachträglich von 2,2 auf 2 Einheiten, dies aufgrund des sehr guten Rechnungsabschlusses. Knapp 80 000 Franken Gewinn hatte das Budget 2014 vorgesehen; nun beläuft sich der Ertragsüberschuss auf 4,2 Millionen Franken. Die anwesenden Stimmberechtigten machten sich dieses Geschenk.