Safenwil
Mit Kamera und Stift tauchen sie in die Filmwelt ein

Sven und Yannik Uhlmann bringen Hollywood-Flair in die Region. Unter dem Namen Adelfy Pictures drehen sie Kurzfilme - der neueste Streifen heisst «Endless Loop».

Marina Stalder
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Sven (links) und Yannik Uhlmann betätigen sich in ihrer Freizeit unter dem Namen «Adelfy Pictures» als Filmemacher.

Sven (links) und Yannik Uhlmann betätigen sich in ihrer Freizeit unter dem Namen «Adelfy Pictures» als Filmemacher.

zvg

«Bei einem unserer Musiklehrer mussten wir ein Musikvideo drehen», erzählt der 18-jährige Sven Uhlmann. Dies sei für den angehenden Forstwart die erste aktive Begegnung mit dem Filmen gewesen. Auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder ist so in den Bann gezogen worden. «Das war ein grosses Projekt und es hat viel Spass gemacht», sagt Yannik Uhlmann. Mit der Zeit seien mehr Projekte hinzugekommen, bis sich die beiden Safenwiler Brüder dazu entschlossen haben, selber Filme unter dem Namen «Adelfy Pictures» zu drehen.

Ihren zweiten, selbstgedrehten Kurzfilm «Endless Loop», zu Deutsch «Endlosschleife», haben die beiden bei den Schweizer Jugendfilmtagen, die vor rund vier Wochen in Zürich stattgefunden haben, eingereicht. Der actionreiche, ungefähr zehnminütige Film sticht vor allem mit seinen visuellen Aspekten heraus. «Wir wollten ein professionelles Feedback, damit wir wissen, wo wir genau stehen», erklärt Sven Uhlmann. Gewonnen haben sie zwar keinen Preis, dafür aber wertvolle Rückmeldungen der Jury erhalten. «Wir werden nun vermehrt an unseren Dialogen arbeiten», so Yannik Uhlmann.

Schauspieler gesucht

Den Namen, den die beiden für ihre Filme verwenden, sei nicht zufällig entstanden. «Adelfy kommt vom griechischen Wort ‹adelfoi›, welches übersetzt Brüder bedeutet. Das passt gut zu uns, da wir als Kinder etwas mehr als drei Jahre in Griechenland gelebt haben», sagt Yannik Uhlmann, der eine Kochlehre macht. Gemeinsam mit dem eigenen Bruder solche Projekte zu verwirklichen, sei manchmal aber auch ein wenig anstrengend. «Natürlich haben wir beide das Gefühl, dass die eigene Idee die beste ist. Aber wir können gut miteinander reden und gemeinsam das Beste aus beiden Ideen zusammenbringen», erklärt Sven Uhlmann und grinst.

Während des Drehs haben die Brüder eine fixe Rollenteilung. «Für mich macht das Filmen an sich am meisten Spass. So kann ich den Filmen durch die verschiedenen Blickwinkel, die ich einbringen kann, meine eigene Handschrift verleihen», sagt Sven Uhlmann, der als Radquerfahrer viel in der Natur ist. Für die Ideen und das Konzept sei vor allem Yannik Uhlmann verantwortlich. «Ich mag es, mir die Geschichte vor dem Drehen auszudenken. Dennoch bin ich auch sehr gerne vor Ort am Set, das macht auch enorm viel Spass.» Zudem komponiert er gemeinsam mit einem Freund die Musik für die Filme. «Wir wollten selber die Musik dazu machen, damit wir keine Probleme wegen Urheberrechten haben», erklärt der Hobbypianist.

Obwohl Sven und Yannik Uhlmann auf sehr viel Unterstützung seitens ihrer Familie und ihrer Freunde zählen können, sei es schwierig, immer genügend Schauspieler und Statisten für die Filme zu versammeln. Einfacher sei es hingegen, Schauplätze für die Filme zu finden. «Es ist fast ein wenig überraschend, wie schnell wir die Bewilligung erhalten, an gewissen Orten zu filmen», erklärt Yannik Uhlmann. Für die Aufnahmen ihres zweiten Kurzfilms konnten sie mit ihrem 30 Personen starken Team auf einem alten Fabrikgelände drehen. «Das war natürlich eine sehr tolle Erfahrung», so Sven Uhlmann.

Eine weitere Schwierigkeit für das Filmen sei das Budget, das zur Verfügung steht. «Wir diskutieren immer lange zusammen, welche Anschaffungen wirklich notwendig sind und was wir selber basteln können», sagt Sven Uhlmann. Sie filmen mit einer Spiegelreflexkamera. Um mehr Spielraum zu erhalten, haben sie beim letzten Dreh einen Kamerakran gebastelt. «Nur mit solchen Tricks können wir den ganzen Dreh finanzieren», so Sven Uhlmann.

Künftig auch längere Filme

In Zukunft würden sie gerne auch längere Filme drehen, dafür reiche ihre Freizeit zurzeit aber nicht aus. «Momentan stehen zwei weitere Kurzfilmprojekte an und wir wären sehr daran interessiert, ein Musikvideo für eine Band zu drehen», erzählt Yannik Uhlmann. Zudem könnten sich die beiden vorstellen, Ausbildungen in dieser Richtung zu absolvieren. «Wenn es möglich ist, würde ich sehr gerne eine Schauspielschule oder eine Ausbildung als Regisseur absolvieren», so Yannik Uhlmann. Bis es so weit ist, stehen ihnen aber noch die Lehrabschlüsse bevor.

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