Menziken
Mit der Seilbahn ans Mutterschiff: Heute startet das beliebte Open Air

Das Open Air in Menziken sticht ab heute Donnerstag zum 16. Mal in See – die «Crew» freut sich auf strahlende Gesichter.

Melanie Eichenberger
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Die Aufbau-Crew ist noch bis heute mit Hochdruck daran, das Festivalgelände zu gestalten. mei

Die Aufbau-Crew ist noch bis heute mit Hochdruck daran, das Festivalgelände zu gestalten. mei

Melanie Eichenberger

«Was wir hier machen, ist eigentlich viel zu viel Aufwand für drei Tage», sagt Fabian Meier (34) aus Menziken und lacht. Während zweier Wochen bauen 10 bis 15 Personen ein einmaliges Festivalgelände auf. Jedes Jahr. Die Konstruktionen sehen immer wieder anders aus, jedes Mal kommt den Machern des «Mutterschiffs» etwas Neues, noch Verrückteres in den Sinn. Über 1000 Stunden Freiwilligenarbeit stecken im Festival-Gelände auf dem Herzog-Areal.

Spielwiese für Kreative

Die Rede ist vom Oberwynentaler Open Air Mutterschiff, das ab heute Donnerstag bis Samstagnacht zum 16. Mal stattfindet. Meier ist OK-Präsident und Chef Aufbau des Mutterschiffs. Der gelernte Konstrukteur ist bereits das 13. Mal mit dabei und investiert zusammen mit den vielen Helfern nicht nur Herzblut, sondern auch zwei Wochen Ferien. Der Lohn: «Die strahlenden Gesichter der Besucher, wenn sie das neue Festivalgelände entdecken.»

Dieses Jahr wartet die «Crew» etwa mit einer Leucht-Seilbahn auf, die den Besuchern den Weg zum Festivalgelände weisen soll. Oder mit dem altbekannten Wasserfall aus einer Art Baggerschaufel, der heuer noch mit einem Springbrunnen erweitert wurde. Die wenigsten Konstruktionen und Dekorationen werden jeweils bereits in der Planungsphase auf Papier gebracht. «Das meiste entsteht spontan während des Aufbaus», sagt Meier. Deshalb würden wohl so viele motivierte Helfer jedes Jahr mitmachen: «Um sich kreativ auszutoben und Ideen umzusetzen.»

Auch handwerklich Unbegabte unterstützen das Mutterschiff. Das hat etwa Sebastian Jonas bewiesen. Seit Jahren ist er als Eventfotograf während des Festivals im Einsatz. Weil er schon im Vorfeld etwas tun wollte, aber mit Hammer und Säge nicht so gut kann, entwickelte er kurzerhand eine Mutterschiff-App. Darin findet man nicht nur das Open Air-Programm, sondern auch ein Spiel, in dem man innerhalb einer vorgegebenen Zeit so viele Schatztruhen sammelt wie möglich. Bis heute, 12 Uhr kann man noch seinen Highscore auf der Facebook-Seite des Mutterschiffs posten – es werden drei Tagestickets verlost.

Näschen für Erfolgreiche

Das «Mutti», wie es liebevoll genannt wird, ist aber nicht nur wegen seines Aussehens beliebt. Das Festival hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es ein Näschen für erfolgreiche Nachwuchskünstler hat: So standen schon Dabu Fantastic (2010), Dodo (2013) oder Nemo (2016) auf den Mutterschiffbühnen.

Kein Wunder, dass die Programmverantwortlichen von Anfragen überrannt werden. «Wir erhalten jährlich über 500 Anfragen von Künstlern per Mail», sagt Severin Stirnemann, der das Programm mit vier Helfern aufgleist.

Heute Donnerstagabend startet das Open Air mit der Kleinkunstnacht. Dabei werden die beiden Kabarettisten Jakob Heymann und Philipp Galizia mit viel Wortwitz das Publikum unterhalten. Am Freitag sind unter anderem Death by Chocolate, Wassily oder Churchhill zu sehen und zu hören. Am Samstag eröffnet Christian Schenker — der «Manu Chao» für Kinder – den Festivaltag. Das ist denn auch eine weitere Besonderheit des Menziker Open Airs: Während des ganzen Mutterschiffs gibt es auf dem «Kinderdeck» Spiel und Spass für die Kleinsten.

Danach stehen etwa Tim Freitag, Erwin & Edwin oder Gudrun von Laxenburg auf der Bühne. Das kleine, aber feine Musikfestival im Oberwynental sticht wie fast jedes Jahr bei schönstem Wetter in See.