Auf der Höhe bei Kirchleerau und Kulmerau (Triengen LU) planen die Centralschweizerischen Kraftwerke CKW einen Windpark mit vier Windkraftanlagen. Rund 18 Millionen Franken wollen die CKW hier investieren und noch in diesem Jahrzehnt mit den Windrädern ans Netz gehen. 

Im Juni informierte die CKW in Kirchleerau und Triengen die Bevölkerung. «Kirchleerber reagieren positiv auf geplanten Windpark» titelte die az nach dem Infoanlass. Wie sich jetzt jedoch zeigt, ist die Bevölkerung nicht einhellig begeistert von den Plänen der CKW. In Kulmerau steht der Verein «IG pro Kulmerau» vor der Gründung. Mitglieder der Kerngruppe der IG sind Barbara Estermann, Kulmerau, und Heinz Sommerhalder, Schmiedrued-Walde. Gegenüber der Aargauer Zeitung äussern sie ihre Vorbehalte zu den Plänen der CKW. «Ich bin nicht grundsätzlich gegen Windkraft», sagt Barbara Estermann, «aber am richtigen Ort». Sommerhalder ergänzt, er sei als technisch ausgerichteter Mensch fasziniert von solchen Anlagen. «Aber nur am richtigen Platz», sagt er, «dort, wo die Anlagen übers Jahr gesehen ihre Nennleistung erbringen.»

Die beiden IG-Vertreter untermauern ihre Argumente gegen die Anlagen in Kirchleerau mit Karten und Zahlentabellen. Drei der vier Anlagen würden gemäss Windkarte des Bundes in einem Gebiet stehen mit einer Durchschnittswindstärke von weniger als 4,5 Meter/Sekunde. «So laufen sie unterhalb ihrer Nenneffizienz», sagt Sommerhalder, sie würden knapp einen Zehntel der möglichen Energie produzieren. Die CKW könne hier kaum rentabel Strom produzieren, «das geht nur, weil die Anlagen mit der Einspeisevergütung subventioniert werden», so Sommerhalder. Estermann fügt an, dass die Minimalabstände zwischen den Anlagen nicht eingehalten würden. «Nur 200 Meter statt deren 300.» Das Gebiet sei zu kleinräumig für eine derart grosse Anlage, da sei mit Turbulenzen zu rechnen.

Keine Sankt-Florian-Politik

Die beiden IG Mitglieder halten fest, sie wollten keine Sankt-Florians-Politik betreiben. «Wir kämpfen gegen den technischen Unsinn, Anlagen mit einem 10-Prozent-Wirkungsgrad zu bauen.» Es geht ihnen nicht primär um den Landschaftsschutz, sie wissen beide, dass erneuerbare Energien in den Produktionsmix gehören, aber auch dass man in der Schweiz nicht mit den Massstäben deutscher Küsten messen kann. Das hügelige Mitteland lasse kaum effiziente Anlagen zu, sagen sie. Als positives Beispiel führen sie die Anlage auf dem Gütsch bei Andermatt an. Dort seien die Bedingungen besser, und es müsse auch keine Rücksicht auf Anwohner genommen werden. Die CKW wird sich wohl auf eine Diskussion mit der IG Kulmerauer Allmend einlassen müssen.