Letzten Sommer steckte Andreas Urech in einer verzwickten Situation. Seit fünf Jahren sass er für die SVP im Gemeinderat und stellte sich nun als Ammann-Kandidat zur Wahl. Damit hatte die damalige Frau Gemeindeammann Cornelia Wüthrich von der SP plötzlich Konkurrenz. Diese war so gross, dass Wüthrich ihre Kandidatur zurückzog. «Ich wollte den Mühelern eine Wahl bieten», sagt Urech. Es sei nie seine Absicht gewesen, Wüthrich einfach aus dem Amt zu stossen. Im September wurde in der bürgerlichen Hochburg Muhen mit Andreas Urech ein SVP-Ammann gewählt.

Mit seinen 33 Jahren ist Urech der Jüngste im Gemeinderat und Ammann zugleich. Dafür habe er einige kritische Bemerkungen geerntet. Von verschiedenen Seiten hiess es, er sei zu jung und habe zu wenig Erfahrung. Doch er sagt: «Ich bin keine One-Man-Show, wir arbeiten im Gemeinderat zusammen.» Für ihn zähle nicht eine einzelne Person des Gremiums, sondern was man zusammen mit der Bevölkerung bewegen und erreichen könne. So ist er auch froh, dass die ehemalige Frau Ammann noch immer als Gemeinderätin tätig ist. «Es ist sicher einfacher, wenn die Vorgängerin noch am Tisch sitzt», sagt er.

«Wir begegnen einander mit Wertschätzung, daran hat sich nichts geändert», sagt Cornelia Wüthrich. «Andreas Urech geht seine Arbeit sorgfältig an, lässt uns mitreden und akzeptiert unsere Meinungen.»

Andreas Urech ist ein Fussballfan

Urech ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren. Wenn immer möglich, unternehme er etwas mit seiner Familie. «Habe ich einmal Zeit für mich, besuche ich mit meinen Freunden ein Spiel des FC Aarau», sagt er.

Durch den Vater seines früheren Nachbarn und den damaligen Vizeammann Hans Hunziker wurde Urech ermuntert, 2008 als Gemeinderat zu kandidieren. Hunziker kennt Urech gut. Unter anderem hat er Urech auch als Fussballschiedsrichter kennen gelernt. «Seine offene, gradlinige und familienfreundliche Art und seine ausgezeichneten Kenntnisse der Gemeindefinanzen haben mich überzeugt», sagt Hunziker, der heute Präsident der SVP Muhen ist. Er vertrete auch unangenehme Anliegen sachlich und mit dem nötigen Respekt gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

Er kennt sich mit den Finanzen aus

Mit seiner neuen Funktion musste Urech das Polizeiressort übernehmen und das Ressort Wald abgeben. «Das hat mir ein bisschen weh getan», sagt er. Der Wald sei ein schönes Ressort und es brauche auch eine gewisse Geduld, denn «der Wald gibt einem vor, in welche Richtung es gehen soll.»

Die Finanzen sind bei Urech an einem guten Platz, war er doch stellvertretender Finanzverwalter in Kölliken, später bei der Gebäudeversicherung für die Finanzen zuständig und nun beim Kanton bei der Abteilung Verkehr verantwortlich für die Finanzen. Auf Urech und sein Team werden zwei grosse Geschäfte zukommen: die Schulraumplanung, für die ein Maximalbetrag von rund 27 Millionen Franken gerechnet wurde und die Revision der Nutzungsplanung.

Vorgenommen hat er sich eines: Er will mit den Leuten sprechen. «Wenn es Probleme gibt, möchte ich falls möglich keine Briefe schreiben, sondern persönlich bei den Einwohnern vorbeigehen oder sie telefonisch kontaktieren», sagt er.