Holziken

Miss Plus Size: Jana Pfister will heute Abend die Krone

«Plus Size»-Model und Finalistin von «Miss Plus Size» Schweiz 2016, Jana Pfister aus Holziken, ist bereit für die Wahl.

«Plus Size»-Model und Finalistin von «Miss Plus Size» Schweiz 2016, Jana Pfister aus Holziken, ist bereit für die Wahl.

Die 24-jährige Holzikerin Jana Pfister will am Samstagabend die Krone am «Miss Plus Size»-Schweiz-Wettbewerb holen. Dafür hat sie dieses Jahr stark an sich gearbeitet.

Muss man abnehmen, um bei der «Miss Plus Size»-Wahl eine Chance zu haben? Die Holzikerin Jana Pfister sagt: «Der Wettbewerb ist für mich eine zusätzliche Motivation.» Und weiter: «Ich habe dieses Jahr stark an mir gearbeitet.»

Die letzten zwölf Monate trainierte die 24-Jährige sechsmal in der Woche jeweils zwei Stunden im Fitnessstudio, verzichtete praktisch vollständig auf Kohlenhydrate. Sogar auf ihr Lieblingsgericht Pizza. Dafür gabs umso mehr Gemüse, Früchte und Wasser.

Abnehmen will sie primär für ihre Gesundheit. Seit Kindesjahren bereiten ihr die Knie Schmerzen. «Jetzt geht es schon viel besser und es ist mir allgemein wohler.» Sie habe an Selbstvertrauen gewonnen und könne mittlerweile auch gut mit den schiefen Blicken und blöden Sprüchen auf der Strasse umgehen. Nicht immer war dies der Fall.

Sie liebt ihre Kurven

Zu ihren schwersten Zeiten brachte die 1,75 Meter grosse Holzikerin 150 Kilogramm auf die Waage und hatte deswegen auch starke Knieschmerzen. Ganze 40 Kilogramm nahm sie im letzten Jahr ab.

Weitere 20 Kilos will die Aussendienst-Mitarbeiterin noch abspecken. «Mehr nicht», betont sie. «Meine Kurven möchte ich nie aufgeben. Ich möchte nie schlank sein.» Denn das wäre dann nicht mehr sie. Und sie habe ihre kräftige Postur akzeptiert. Und lieben gelernt. Auf Fotos strahlt die 24-Jährige mit «Plus Size»-Modelerfahrung selbstbewusst in die Kamera.

Und genau dieses Gefühl möchte sie am liebsten mit einer Krone auf dem Kopf in die Welt hinaustragen. Darum bewirbt sie sich nun zum zweiten Mal am «Miss Plus Size»-Schweiz-Wettbewerb.

«Ich will dadurch übergewichtige Frauen Mut machen, zu sich selber zu stehen.» Übergewichtige Menschen hätten es in der Gesellschaft immer noch schwer, obwohl die Betroffenenzahl zunehme. «Auch wir können uns aufstylen und in Highheels schlüpfen. Und in der Öffentlichkeit eine tolle Figur machen.»

Jeder auf seine Art schön

Gegen schlanke Models habe sie nichts. «Jede und jeder ist einfach auf seine Art schön.» Deshalb sei sie auch froh, dass es Schönheitswettbewerbe für jegliche Körpertypen gebe. Dadurch würden verschiedene Schönheitstypen zelebriert. Massstäbe und Ideale sollten damit aber nicht gesetzt werden. «Man sollte mehr Gewicht auf innere Werte setzen.» Dafür wolle sie sich einsetzen.

Ihre Freunde und ihr Familienumfeld unterstützen sie dabei. Ihr langjähriger Freund machte eine Zeit lang sogar ihre Diät mit. Ermutigungen erhält sie aber auch von Fremden. Nach den letzten Medienauftritten im Rahmen der kommenden Miss-Wahl erhielt sie über Facebook rund 20 Mails von übergewichtige Frauen, die ihr für ihr Auftreten dankten und sie motivierten, weiter gegen Vorurteile zu kämpfen.

«Ich werde an der Miss-Wahl Gas geben. Für alle ‹Plus Size›-Frauen da draussen.» Unabhängig davon, ob sie gewinnen wird oder nicht, wird sie sich aber nach der Wahl belohnen: «Mit einem grossen Stück Pizza.»

Kurvige Models sind heute keine Seltenheit mehr: Immer mehr Modelabels und Modezeitschriften steigen auf den Curvy-Zug auf. Mit Kate Upton schritt das erste kräftig gebaute Model für «Victoria’s Secret» über den Laufsteg. Weiter gings mit Übergrössen-Model Ashley Graham, die es auf das Cover der «Sports Illustrated» schaffte.

Kurven Ja, aber harmonisch

Als «Plus Size»-Model geht es aber nicht darum, so viel wie möglich auf die Waage zu bringen, sondern auch mit einem schwereren Körpergewicht immer noch eine proportionale Figur zu haben. Weibliche Kurven ja, aber mit harmonischen Proportionen also, wenn man die aktuellen «Plus Size»-Modelstars betrachtet. An der «Miss Plus Size Schweiz»-Wahl wird laut Website der Organisatoren die Jury die Kriterien Schönheit, Sympathie, Fotogenität und Einfallsreichtum bewerten.

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