Hochwasserschäden

Millionenschaden nach Jahrhundertflut: Uerkheim hofft auf Geld der «Glückskette»

Die Uerke erlangte am 8. Juli 2017 eine solche Kraft, dass sie gar Autos aufs Geröll schob.

Die Uerke erlangte am 8. Juli 2017 eine solche Kraft, dass sie gar Autos aufs Geröll schob.

Die Jahrhundertflut vom Sommer 2017 verursachte bei der Gemeinde Uerkheim Nettokosten in Höhe von 1,12 Millionen Franken. Mit dem Abschluss der Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten konnte Anfang Jahr ein Gesuch bei der Glückskette eingereicht werden.

Am 8. Juli 2017 schwappte nach heftigen Regenfällen die Uerke über die Ufer und trat einen gnadenlosen Verwüstungszug durchs Dorf an. Von zahlreichen – ebenfalls angeschwollenen – Nebenbächen gespiesen, entwickelte der sonst friedliche Bach eine unheimliche Kraft, drückte Türen ein, nietete Zäune um und schob gar Autos von der Strasse in Vorgärten. Ein Hochwasser, wie es nur alle 300 Jahre vorkommt.

Erst jetzt kann der Bevölkerung die Gesamtabrechnung über die kommunalen Unwetterkosten vorgelegt werden. Wie gross die Schäden für die Privaten waren, ist nicht bekannt. Die Versicherungen dürften fast alles übernommen haben.

«Wir haben ein Dutzend Ordner gefüllt»

Die Gemeinde hatte 2019 Auslagen, weil noch Arbeiten zur Wiederherstellung gemacht werden mussten – zuletzt wurde die Brücke auf der Höhe der ehemaligen Rosenzucht repariert. Im Rahmen der Gemeindeversammlung vom 25. September informiert der Gemeinderat über die Kosten, die in drei Rechnungsjahren angefallen sind. Zu den ungedeckten Kosten gehören, wie der Gemeinderat schreibt, Reparaturen an Infrastrukturanlagen wie Strassen, Plätzen, Brücken und Bachbördern, die nicht versichert werden können.

Überschwemmung in Uerkheim

Diese Bilder zeigen eindrücklich, wie Uerkheim beim Unwetter vom 8. Juli 2017 überschwemmt wurde.

Der Gemeinderat unterscheidet bei seiner Rechnung Kosten für Ereignisbewältigung, Wiederherstellungsarbeiten und Zuwendungen wie Versicherungsrückerstattungen, Spenden und andere Beiträge. «Wir haben ein Dutzend Ordner gefüllt», sagt Gemeindeschreiber Hans Stadler, um die Auswirkung des Hochwassers in Papierstapeln zu versinnbildlichen. Die Nettokosten der Gesamtabrechnung belaufen sich auf 1,12 Millionen Franken. Erst mit dem Abschluss der Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten konnte Uerkheim ein Gesuch bei der Glückskette einreichen. Dies tat sie am 16. März. Mit einem Entscheid kann im Herbst gerechnet werden. (fdu)

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