Menziken
Menziker Getränkefirma Schlör verkauft weitere Betriebsteile

Die Menziker Traditionsfirma Schlör AG ist weiter stark unter Druck: Nach dem Verkauf von zwei Marken und der Einstellung der Produktion per Ende Oktober sind nun weitere Massnahmen wie der Verkauf weiterer Betriebsteile nötig.

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Die Marke Schlör verschwindet

Die Marke Schlör verschwindet

AZ

Die traditionsreiche Aargauer Getränkefirma Schlör in Menziken scheint Richtung Betriebsende zu steuern: Nachdem Anfang August bekannt wurde, dass die Marke Schlör verschwinden wird, folgt der nächste Schlag: So müssen weitere Geschäftsteile verkauft werden.

Der am Standort der Schlör AG betriebene Getränkeabholmarkt wird auf 1. November an die Rio Getränkemarkt AG mit Sitz in Dietikon verkauft. Die neuen Besitzer übernehmen die 5 Mitarbeitenden und werden ab dem 5. November den Laden unter dem neuen Label Rio Getränkemarkt führen.

Auf den 1. Dezember werden die regionalen Handelsaktivitäten und die Belieferung der Gastronomieunternehmen von der Feldschlösschen Getränke AG übernommen.

Für die beiden Tochtergesellschaften Krapf Weinimporte GmbH und Bussmann Getränke AG konnte ein Käufer gefunden werden, der die beiden Unternehmen unter dem gleichen Namen und zusammen mit den Mitarbeitenden übernehmen und weiterführen wird.

Über den Verkaufspreis der einzelnen Sparten wurde Stillschweigen vereinbart.

Ocean Spray nicht betroffen

Von diesen Massnahmen nicht betroffen ist der nationale Vertrieb von Ocean Spray-Getränken. Dieser wird weiterhin durch die Schlör AG betreut.

Im Zuge der Restrukturierungen fand man für 12 Mitarbeitende eine Lösung, in dem sie von den Käufern Ramseier Suisse AG, Rio Getränkemarkt AG und Feldschlösschen Getränke AG übernommen wurden. Zudem werden 4 Mitarbeitende bei den beiden Tochtergesellschaften weiterbeschäftigt.

Für 7 Mitarbeiter der Abteilungen Spedition und Lager sucht die Schlör AG zusammen mit den genannten Partnern nach Lösungen. Ihnen wird vorsorglich zusammen mit zwei Angestellten der Administration per Ende Oktober oder November gekündigt. Für Härtefälle besteht ein Fürsorgefonds.

Schlör AG bleibt erhalten

„Ich persönlich bedaure diese Situation ausserordentlich“, meint Inhaber und Geschäftsführer Jürg Schneider. Er habe in den Verhandlungen mit verschiedenen Partnern versucht, bestmögliche Lösungen zu finden. Zwar bleibt der Name Schlör AG erhalten und dank dem nationalen Vertrieb von Ocean Spray mit der Getränkebranche verbunden – und doch geht mit dieser Restrukturierung eine Ära Aargauer Getränkegeschichte und Tradition zu Ende.

Eine Firma mit Tradition

Die Schlör AG ist ein regionaler Getränke-Anbieter mit langer Tradition. Was als Familienbetrieb begann, wurde sukzessive zu einem bedeutenden lokalen und regionalen Unternehmen aufgebaut.

Gemäss Mitteilung der Firma haben verschiedene Faktoren – vor allem die negative Entwicklung in der Gastronomiebranche –das Unternehmen „in den letzten Jahren stark unter Druck gesetzt“.

Einerseits konnte die Schlör AG dem Preisdruck der Branche nicht standhalten und der Wegfall eines grossen Produktionsauftrags liess die Reserven schwinden, so dass das Unternehmen andererseits nicht mehr in die dringend notwendige Modernisierung der Infrastruktur investieren konnte.

Trotz Diversifizierungen konnte der Ausfall des Grossauftrages nicht kompensiert werden. Um die Früchte dieser Investitionen zu ernten, hätte die Schlör AG nach eigenen Angaben mehr Zeit gebraucht.