Wynental
Menziken will seine Bezirksschule noch nicht aufgeben

Die Oberstufenschulleiter äussern sich zum Vorschlag, dass es im Wynental nur noch eine Bezirksschule geben soll. Menziken will vorderhand weitermachen, in Unterkulm glaubt man, dass es zwei Schulen braucht, in Reinach will man nichts sagen.

Peter Siegrist
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Der Vorschlag von Grossrätin Renate Gautschy, der Gemeindeverband aargauSüd impuls soll eine Bezirksschule Wynental planen (die Aargauer Zeitung berichtete), ist nicht aus der Luft gegriffen. Gautschys Vorstoss fusst auf dem revidierten Schulgesetz des Kantons, vom Volk angenommen am 11. März 2012. Das Gesetz sieht vor, dass die Sekundar- und Realschulen in Oberstufenzentren geführt werden und mindestens sechs Abteilungen (Real/Sek) umfassen. In einer Schulanlage müssen mindestens drei Abteilungen untergebracht.

Für Bezirksschulen gelten strengere Anforderungen: mindestens sechs Abteilungen in einer Schulanlage. Es besteht die Möglichkeit, auch Bezirksschulen an Oberstufenzentren zu führen. Das Schulgesetz verpflichtet die Gemeinden einer Region zur Zusammenarbeit, sollte die Führung eines Oberstufenzentrums und einer Bezirksschule in einer Gemeinde wegen der Rahmenbedingungen nicht möglich sein: «Die Gemeinden, Regionalplanungsverbände und Schulräte des Bezirks planen gemeinsam Schulkreise.» Und sollten sie sich nicht einig werden, «legt der Regierungsrat Schulkreise, Standorte und die Art der Zusammenarbeit fest.»

Dem will Renate Gautschy Nachdruck verschaffen. Der Vorstand von aargauSüd impuls hat den Vorstoss angenommen.

Bez Menziken ist heute einklassig

Die Gemeinde Menziken führt ein Oberstufenzentrum mit angeschlossener Bezirksschule. Die Bez ist heute noch einklassig geführt (vier Abteilungen), mit der Einführung von 6 Primar- und 3 Oberstufenjahren werden es noch drei Abteilungen sein. Schulleiter Bruno Schaller: «Mit sechs Abteilungen können wir in Zukunft kaum rechnen.» Dennoch hält Menziken am Status quo mit dem Oberstufenzentrum fest. Gemeinderat und Schulpflege formulieren als strategisches Ziel: «Die Gemeinde will bis auf weiteres vor Ort alle Oberstufenniveau führen.» Eine Gnadenfrist von acht Jahren ist bekannt, aber dennoch sagt Bruno Schaller: «Wir stehen zur kleinen Schule, und überhaupt, wer weiss, ob die heutige Struktur mit Sek, Real und Bez in acht Jahren noch besteht.» Vielleicht habe man dann Sek A, B, C oder ein ganz anderes Modell. Der freiwillige Anschluss der Bez Menziken an Reinach ist kein Thema.

In Unterkulm, sagt Schulleiter Alois Zwyssig, habe man noch keine offizielle Strategie. Für ihn sei klar, es brauche im Wynental zwei Bez-Standorte, nämlich Unterkulm und Reinach. «Und klar ist auch, wir wollen die Bezirksschule in der Kreisschule Mittleres Wynental halten.» Eine von der Kreisschule unabhängige Bez an zwei Standorten ist für Zwyssig keine Option. Wichtiger sei die Absprache zwischen Unterkulm und der Kreisschule Homberg, wenn es um die Zuteilung von Schülern gehe. «Das ist ein pädagogischer Grund», so Zwyssig, «wenn wir mit den Schülern aus Gontenschwil und Zetzwil mit der Zuteilung die Klassen in Reinach und Unterkulm ausgleichen können, schaffen wir für die Kinder gute Bedingungen. Eine Wahlfreiheit bestehe auch heute nicht.

Schulleiter Christian Gantenbein und Kreisschulpflegepräsident Daniel Schmid von der Kreisschule Homber (KSH) stecken gegenwärtig in der Schulraumplanung wegen der Umstellung auf 6/3. «Für uns ist wichtig, mit Unterkulm, Gontenschwil und Zetzwil die Zuteilung der Schüler ab 2014 zu überdenken.» Das Anliegen der KSH sei, dass der auch vom Kanton geforderte Schülerausgleich ausschliesslich von den Kreisschulen vorgenommen werde.

Zu einer Bezirksschule Wynental wollen sich die Reinacher noch nicht äussern, «alles wird geprüft, ein Prozess im Gang», sagt Schmid. Eine von der KSH unabhängige Bezirksschule ist für Schmid und Gantenbein unvorstellbar: «Die Bez gehört zur Oberstufe.»