Menziken
Hans Heinrich Leuzinger: «Ich hatte nicht die Absicht, das Volk vor den Kopf zu stossen»

Der Menziker Gemeinderat nimmt Stellung zur Kritik nach der Übernahme des Ressorts Bildung.

Flurina Dünki
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Hans Heinrich Leuzinger anlässlich der Hallenbaderöffnung im Januar 2019.

Hans Heinrich Leuzinger anlässlich der Hallenbaderöffnung im Januar 2019.

Pius Amrein (lz)

Hans Heinrich Leuzinger (SVP) wurde in den vergangen Wochen mit Kritik aus der Menziker Bevölkerung überhäuft. Unter diesem Druck gab er dem neu gewählten Herbert Karli (FDP) das Ressort Bildung diese Woche zurück.

Gegenüber der AZ drückt er nun seinen Missmut über darüber aus. Er habe sich immer für die Sache und die Bevölkerung eingesetzt und seine persönlichen Bedürfnisse zurückgestellt. «Es ist nicht fair, dass Personen behaupten, ich hätte das Ressort Bildung an mich gerissen und mich dafür angreifen. Davon kann keine Rede sein. Ich hatte es nie ganz ausgeschlagen und sehr wohl Interesse, habe aber noch offen gelassen, ob ich das Ressort will.»

«Niemand hat das Veto eingelegt»

Während der Neuverteilung der Ressorts am 15. März habe niemand das Veto eingelegt. Ausschlaggebend für den Entscheid sei die Arbeit in der Arbeitsgruppe der neuen Führungsstrukturen gewesen. «Ich bekam einen guten Überblick und Freude am Schulthema. Zusammen mit den Vertretern der Schule wurden wir zum eingespielten Team», so Leuzinger. «Bei dieser Wahl ging es mir immer um das Wohl der Schule und nicht darum, meine eigenen Bedürfnisse zu decken.» Auch habe er eine Besoldung für den zusätzlichen Aufwand klar abgelehnt, «da mir die Arbeit am Herzen liegt und Freude bereitet».

Von der Empörung aus der Bevölkerung wurde er überrascht: «Ich hatte nie die Absicht, die Bevölkerung vor den Kopf zu stossen. Ich spreche auch Herbert Karli die Fähigkeit für dieses Amt nicht ab. Was er aber nicht hat, ist die Erfahrung in der Exekutive», sagt er der AZ. Er glaubt jedoch nicht, dass die Mehrheit der Menziker und Menzikerinnen so denkt:

"Wenn ein paar Leute einen Leserbrief schreiben, ist das noch nicht die Gesamtbevölkerung.»

Trotzdem – dieser Druck habe ihn und seine Familie sehr belastet. «Mit solchen Aktionen kann man jemanden zerstören.» Deshalb auch die Rückgabe der «Bildung». Verärgert sei er deswegen aber nicht gewesen, «ich habe in der Politik und in anderen Funktionen wie in meinen 30 Jahren Feuerwehrdienst als Offizier und Instruktor gelernt, Mehrheitsentscheide zu akzeptieren».

Zu den wenigen Ressorts, die ihm nun bleiben, sagt er: «Die zuvor an Alfred Merz abgegebenen Ressorts wollte er behalten. Die an Herbert Karli abgegebenen Ressorts wollte ich nicht zurückfordern. Ich fand, das hätte sonst zur Unruhen den Kommissionen geführt, bei denen er bereits an ersten Sitzungen teilnahm.» Hat der Vorfall seine Kandidatur im Herbst beeinflusst? «Ich werde mir in den nächsten Wochen Zeit nehmen, um einen definitiven Entscheid zu treffen. Momentan werfe ich aber garantiert nicht hin.»