Reinach AG
Mehr Primarschüler, mehr Schulbänke: Reinach braucht mehr Schulraum

Geburtenstarke Jahrgänge machen es möglich: Die Schülerzahlen steigen wieder in der Gemeinde Reinach. In den Primarschulhäusern wird es damit eng. Eine Massnahme: Die Schulbibliotheken sollen in jene der Gemeinde integriert werden.

Peter Siegrist
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Im Zentrum das Primarschulhaus Pfrundmatt mit Dreifachturnhalle.

Im Zentrum das Primarschulhaus Pfrundmatt mit Dreifachturnhalle.

PSI

Die Gemeinde Reinach muss zusätzlichen Schulraum schaffen. «Die Schülerzahlen an der Primarschule steigen wieder», sagt Gemeindeammann Martin Heiz.

Es stünden wieder geburtenstärkere Jahrgänge vor dem Schuleintritt, dies zeigten die Verzeichnisse der Einwohnerkontrolle deutlich. Am 31. Dezember 2013 besuchten 171 Kinder den Kindergarten in Reinach.

Primarschüler (1. bis 5. Klasse) waren es 392. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2014/15 werde die Schülerzahl an der Primarschule schlagartig um rund 80 Kinder zunehmen. «Das ist die Folge der Umstellung von 5 auf 6 Primarschuljahre», sagt Heiz.

Gegenwärtig besuchen die Primarschüler in den beiden Schulhäusern Breite und Pfrundmatt sowie in einem Pavillon den Unterricht.

Die Umstellung auf 6/3 bedingt mehr Schulraum, was kurzfristig nur mit Umstellungen zu lösen ist. Die Primarschule sei räumlich am Limit. Selbst das Schulhaus Breite sei vollausgelastet.

«Als Sofortmassnahme haben wir beschlossen, die Bibliothek der Oberstufe im Centralschulhaus und die Bibliothek im Bezirksschulhaus aufzuheben und in die Gemeindebibliothek zu integrieren», erklärt Heiz. Damit würden im Centralschulhaus und in der Neumatt zwei Räume zu neuer Nutzung frei.

Zudem sei geplant, im Bezirksschulhaus zusätzlich Primarschüler zu unterrichten. Dies sei jedoch nur eine Lösung mit beschränkter Dauer, sagt Heiz. Oberstufe und Primarschule sollen weiterhin in getrennten Häusern unterrichtet werden.

Für die Reinacher Behörde ist klar, der Raumbedarf kann nicht mehr mit «einfachem Zusammenrücken» aus der Welt geschafft werden. «Wir planen einen Schulbau», erklärt Heiz, «wir wollen der November-Gemeindeversammlung ein Projekt präsentieren.»

Landreserven in der Zone für öffentliche Bauten hat die Gemeinde sowohl im Westen wie im Osten. «Angesichts der geplanten Wohnbauten im Dorf, favorisieren wir einen Bau auf der Ostseite», sagt der Gemeindeammann.

Hier würden grössere Überbauungen und Einfamilienhäuser geplant und hier hätten die Turnhallen genügend Kapazität. Folglich werde ein Anbau ans Breiteschulhaus noch nicht zum Tragen kommen.

Oberstufe ebenfalls pendent

Die Schulraumfrage stellt sich auch für die Oberstufe. «Aber hier muss zuerst die Regionalisierung geklärt sein», sagt Heiz, «da wollen wir nicht bauen.» Gegenwärtig werden in einer Kommission eine Regionalisierung Teufenthal bis Menziken-Burg diskutiert.

«Eine Oberstufe mit einer Leitung und mehreren Standorten steht zur Diskussion.» Allerdings, fügt Heiz an, sei der grosse Wurf noch nicht zu erwarten, weil sich Menziken aus den Verhandlungen zurückgezogen habe und bis 2021 mit dem Status quo weiterfahren wolle.