Kürzlich mussten die Busbetriebe Aarau bekannt geben, dass sie im Jahr 2015 deutlich weniger Passagiere befördert haben als in Vorjahren. Die Schwesterorganisation Wynental-Suhrentalbahn AG (WSB) hingegen konnte gestern an der Generalversammlung einen Kundenzuwachs von 2,7 Prozent verkünden: Im Jahr 2015 wurden rund 5,96 Mio. Fahrgäste befördert. «Mit dieser im Vergleich zum übrigen A-Welle-Gebiet überdurchschnittlichen Zunahme zeigt sich, dass das Angebot des Viertelstundentakts, der Komfort und die Zuverlässigkeit durch die Ausbauten in die Infrastruktur geschätzt wird», heisst es im Geschäftsbericht.

Der Zoom auf die einzelnen Täler zeigt: Im Wynental gibts mehr Fahrgäste (3,278 Mio.) als im Suhrental (2,677 Mio.). Unter der Woche haben die Passagierzahlen in beiden Tälern im Umfang von etwa zweieinhalb Prozent zugenommen. Bemerkenswert: An den Sonntagen gabs im Suhrental fast 7 Prozent mehr Fahrgäste, im Wynental nur 0,3 Prozent.

Die Rechnung der WSB schliesst mit 3,821 Mio. Franken deutlich im Plus – im Vorjahr waren es 3,352 Mio. gewesen, noch ein Jahr früher lediglich knapp 0,4 Mio. «Das Jahresergebnis 2015 mit einem hohen Gewinn von rund 3,9 Mio. Franken mag überraschen», schreibt Kaspar Hemmeler, Präsident des Verwaltungsrats, im Geschäftsbericht.

Rund 2,8 Mio. Franken dieses Ergebnisses resultierten allerdings aus einem Landverkauf am Bahnhof Aarau und seien deshalb als ausserordentlicher Ertrag zu verbuchen. «Diesen schönen Verkaufserfolg wollen wir in ein neues Bahnhofgebäude in Aarau investieren», so Hemmeler weiter.

Konkret soll der schmale Bereich zwischen WSB-Gleisen und der Hinteren Bahnhofstrasse neu gestaltet und die bestehende, über 90 Jahre alte Infrastruktur ersetzt werden. Die Neuüberbauung mit zwei Bahnhofgebäuden von bis zu 30 Metern Höhe soll eine gemischte Betriebs- und Wohnnutzung ermöglichen. Zudem will die WSB beim Neubau ein drittes, 120 Meter langes Gleis bauen – um Mehrverkehr besser abwickeln zu können.

Doch wann ist es wohl so weit? «Die neue Bau- und Nutzungsordnung Bahnhof Süd, eine nötige Zonenplanänderung, soll im August öffentlich aufgelegt werden», sagt «AAR bus+bahn»-Sprecher Erwin Rosenast. «Je nach weiterem Verlauf wird damit gerechnet, dass im Frühling 2017 die Baugesucheingabe möglich scheint.» Weitere künftige Grossprojekte sind der Neubau des Bahnhofs Schöftland sowie der Bau einer neuen Haltestelle in Oberkulm. Sie ersetzt zwei bestehende Haltestellen.

Investiert hat die WSB auch in die Sicherheit. Im Jahr 2015 kam zu insgesamt 16 Unfällen. Das sind zwar vier mehr als im Vorjahr, aber nur halb so viele wie noch 2009. «Die Unfallzahl liegt trotz zwei Sensibilisierungsaktionen an neuralgischen Stellen (Oberentfelden Engelplatz und Unterkulm Böhler) leicht höher», heisst es im Geschäftsbericht.

Rückläufig war 2015 hingegen die Quote der erwischten Schwarzfahrer. Allerdings wurden auch weniger Personen kontrolliert, weil das mit dem neuen Swiss Pass länger dauert als früher.

Gesteigert werden konnte die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, wie der Geschäftsbericht festhält. Dies, nachdem im letzten Jahr Kritik an den Arbeitsbedingungen laut geworden war.

Laut Erwin Rosenast hat man Verbesserungen erreicht durch «neue Dienstpläne mit insgesamt harmonischeren Dienstlängen beim Fahrpersonal, Anpassungen im Firmenarbeitsvertrag, der Übernahme der Sanierungskosten der Pensionskasse und klaren Prozesse mit Zuständigkeiten».