Schlossrued

Mehr Forellen in der Ruederchen dank Privatinitiative

Dank der Revitalisierung soll es bald mehr Forellen in der Ruederchen geben.

Dank der Revitalisierung soll es bald mehr Forellen in der Ruederchen geben.

In diesen Tagen wird ein Uferabschnitt der Ruederchen revitalisiert, um die Forellenpopulation zu erhöhen. Die Initiative kommt von Privaten, was selten ist.

Was auf dem Bild wie ein Ufer-Kahlschlag aussieht, ist in Wahrheit der erste Schritt, um aus der Ruederchen ein Wohlfühl-Bach für Forellen zu machen. Diese Woche haben die Arbeiten zum Ausbau des Bachabschnitts nahe der Kirche Rued begonnen, mit dem die paar Meter Ruederchen für Fische aufgewertet werden sollen. 8000 Franken kostet das Projekt, das Fischereiaufseher Hans Wehrli unter Mithilfe der kantonalen Fachstelle Fischerei ausführt.

«Bereits wurde die Böschung entfernt und das Ufer abgeflacht», so Wehrli. Der Rest würde nächste Woche folgen. Dann werden unter anderem Strukturelemente im Bach platziert, verwendet werden dazu auch die Wurzelstöcke der Eschen, die am Ufer gefällt werden mussten. Sie sollen verschiedene Fliessgeschwindigkeiten erzielen, die die Fischwanderung begünstigen. Weiter entstehen natürliche Fischunterstände und unterschiedliche Wassertiefen durch Vertiefungen im Bachbett.

Durch zwei Parzellen führt der aufzuwertende Uferabschnitt. Einer der Anwohner ist David Bittner, Fachspezialist für Fischerei beim kantonalen Baudepartement, der sich aktiv am Projekt beteiligt.

Vom Korsett befreien

Dank den besseren Lebensbedingungen soll die Forelle nicht mehr aus der Ruederchen abwandern, sondern sie als Heimatbach wählen. Auch werden die Laichbedingungen durch die Strukturierung von Sohle und Ufer verbessert.

Ein grösseres Forellenvorkommen in der Ruederchen wird nicht nur den Ruedertaler Fischern Freude bereiten, sondern auch Mutter Natur. «Projekte wie dieses befreien die Natur vom Korsett, in das der Mensch sie gesteckt hat», sagt Christian Tesini von der kantonalen Fachstelle Fischerei. Wie den meisten Schweizer Flüssen und Bächen hat man auch der Ruederchen einst ihren heutigen Verlauf aufgezwungen und sie mit einer künstlichen Gewässersohle ausgestattet. Deren Schwellen und Stufen sind für Fische schwer überwindbar. Zudem gingen durch den Eingriff des Menschen natürliche Fischunterstände verloren.

Die Fachstelle Fischerei ist daher stetig bemüht, Revitalisierungsprojekte aufzugleisen. Denn von der Aufwertung des Ruederchenabschnitts würden auch viele andere Lebewesen im Bach profitieren, etwa Insekten, Schalentiere und andere Fischarten.

Initiative von Privaten selten

Es sei selten, dass das Umgekehrte geschehe, also Initianten mit einem Projektvorschlag auf den Kanton zukommen, sagt Tesini. Dies, obwohl die Fachstelle Fischerei Vorschläge für Fluss- und Bachaufwertungen, wie den von Fischereiaufseher Wehrli eingereichte, sehr begrüsst: «Die Fischer und Fischereiaufseher kennen die Gewässer am besten und wissen, wie und wo sie aufzuwerten sind», so Tesini. Er verweist auf das vor zwei Jahren vom Schweizerischen Fischerei-Verband (SFV) ins Leben gerufene Projekt «Fischer schaffen Lebensraum». Unter anderem mittels eines Handbuchs wird Fischern Hilfe geboten, wie sie durch Eigeninitiative den Lebensraum für Fische in ihrem Gebiet verbessern können.

Hobbyfischer können sich über einen baldigen Anstieg der Forellenzahl freuen: Gemäss Tesini sollte eine grössere Population schon im Frühling ersichtlich sein.

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