Martina Bircher will weiter in Aarburg und Bern politisieren

Am übernächsten Wochenende finden Gemeinderatswahlen statt. In Oftringen tritt «Villiger»-Betriebsleiter Werner Rudin nicht mehr an.

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Martina Bircher will weiter in Aarburg politisieren. Werner Rudin fehlt die Zeit für Politik in Oftringen.
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Martina Bircher will weiter in Aarburg politisieren. Werner Rudin fehlt die Zeit für Politik in Oftringen.

Martina Bircher will weiter in Aarburg politisieren. Werner Rudin fehlt die Zeit für Politik in Oftringen.

Bild: fba (10. 7. 2020) Bild: Archiv (23. 5. 2017)

Zofingen hat seinen Stadtrat im April schon gewählt, Oftringen und Aarburg wählen seine Gemeinderäte am 13. Juni. In Oftringen (mit 14458 Einwohner die grösste Gemeinde im Bezirk) ist ein Sitz neu zu besetzen: Derjenige des Freisinnigen Werner Rudin, der dem Gemeinderat erst seit 2018 angehört. Rudin ist im oberen Wynental kein Unbekannter, arbeitet er doch als Betriebsleiter bei Villiger in Pfeffikon LU. Seinen Abgang aus der kommunalen Politik begründete seine Partei folgendermassen: «Zeitlich lässt sich für ihn das aufwendige Gemeinderatsmandat mit den für ihn bevorstehenden Veränderungen innerhalb der Unternehmung, für die er tätig ist, nicht mehr einrichten.» Noch im letzten Herbst hatte Rudin für ein Grossratsmandat kandidiert, und dabei einen Mittelfeldplatz auf der Liste der Freisinnigen erreicht.

In Oftringen bewerben sich in zehn Tagen neben den vier Bisherigen zwei Neue um einen Gemeinderatssitz: Sarah Sommer (parteilos) und Reto Wild (SVP). Die FDP gibt also ihr zweites Mandat kampflos verloren – und die SVP versucht nach vier Jahren Absenz wieder in den Gemeinderat einzuziehen.

Spannend sind auch die gleichentags stattfindenden Wahlen in Aarburg. Dort treten alle fünf Bisherigen wieder an. Etwas bedrängt werden sie von den zwei Parteilosen Brigitte Etter und Christian Schwizgebel.

Bemerkenswert ist, dass die vor anderthalb Jahren in den Nationalrat gewählte Martina Bircher (SVP) weiterhin Gemeinderätin bleiben will. Ein solches Doppelmandat ist eher ungewöhnlich. Letztmals hatte es im Aargau Geri Müller (Grüne, Baden). Auf die Frage, was sie motiviere, erneut als Gemeinderätin zu kandidieren, erklärte Martina Bircher dem «Zofinger Tagblatt»: «Die Arbeit als Gemeinderätin ist äusserst spannend, man hat vor Ort Praxiserfahrung und kann sehr viel bewirken. Auch nach acht Jahren im Gemeinderat lerne ich immer noch Neues dazu.»

In den vergangenen vier Jahren ist ihr nicht alles gelungen: «Wir haben als erste Gemeinde Betreuungsgutscheine für Spielgruppen eingeführt, weil wir vom Nutzen überzeugt sind. Das Ziel ist es, dass dadurch das Spielgruppenangebot vergrössert werden kann. Bis jetzt hat sich leider noch niemand gefunden, der eine weitere Spielgruppe in Aarburg gründen möchte, obwohl die Nachfrage sehr gross ist», erklärte Martina Bircher.

Und was nimmt sie sich für die nächste Legislatur vor? «Mit der erfolgreichen Reorganisation in meinem Ressort braucht es jetzt Kontinuität. Die Ziele hängen davon ab, wie sehr uns Corona treffen wird. Im Kinderschutz spüren wir die negativen Folgen leider bereits, in der Sozialhilfe werden diese erst später ersichtlich.»

Die grösste Herausforderung? «Die ‹eine› Herausforderung gibt es nicht. Dafür sind die heutigen Rahmenbedingungen zu komplex. Ich sehe Herausforderungen im Wachstum der Gemeinde, in der Bevölkerungsstruktur, in den Schulen und den Finanzen», erklärte Martina Bircher, deren Wahl kaum gefährdet ist. (uhg)