Schmiedrued-Walde
Märchenhafte Idee: Ein Märchenweg im Ruedertal

Auf romantischen Pfaden wandeln und Märchen lauschen: Im obersten Zipfel des Ruedertals soll ein Märliwäg entstehen. Das Kulturforum sucht jetzt mit einem Wettbewerb nach Märchen.

Barbara Vogt
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Märchenweg

Märchenweg

AZ

Im Sommer wanderten die Schmiedrueder Barbara Schirmer und Willi Duss durch ein Seitental des Engadins und stiessen auf einen Märchenweg. «Das hat uns dermassen fasziniert, dass wir diese Idee mit ins Ruedertal nahmen», erzählt Barbara Schirmer, die bekannt ist für ihre Spielkünste auf dem Hackbrett. Das obere Ruedertal erlebt sie als poetisch, als einen Ort, wo sich Fuchs und Hase Gut Nacht sagen. «Da passen Märchen hin.»

Beim Kulturforum Schmiedrued stiess der Märliwäg auf offene Ohren. Jetzt werden Märchen gesucht. Keine herkömmlichen, sondern solche, die einmalig sind und die es nirgendwo sonst gibt als im obersten Ruedertal. Dafür schreibt das Kulturforum einen Märchen-Wettbewerb aus: Junge und alte Erzähler aus dem Ruedertal oder Menschen, die mit dem Tal verbunden sind, können ein Märchen schreiben - egal ob auf Hoch- oder auf Schweizerdeutsch. Wer nicht schreiben mag, darf seiner Fantasie mündlich freien Lauf lassen. Die Verantwortlichen nehmen das Märchen auf und tippen es ab.

Eine Jury, bestehend aus dem Kulturforum und einem externen Autor, wählt fünf bis sechs Märchen aus. Die Auserwählten erhalten keinen Preis, Barbara Schirmer: «Die Ehre, dass das Märchen ins Märchenbuch kommt, ist der Preis. Wir führen keinen kommerziellen Wettbewerb durch. Für die Erzähler ist es schön, wenn die Märchen hinaus in die Welt getragen werden.» Kinder aus dem Ruedertal sollen die Märchen bebildern.

Der Märliwäg führt über bereits bestehende Spazierwege, dazu gehören romantische Pfade. An Erzählstationen machen die Wanderer halt, die Idee: Der Märchenerzähler setzt sich auf den hölzernen Stuhl, die Zuhörer gruppieren sich auf ihren ebenfalls hölzernen Hockern. Dann schlägt der Erzähler das Baumbuch auf und liest das Märchen daraus vor. «Uns ist es wichtig, dass sich die Wanderer Zeit für die Geschichte nehmen und gemeinsam zuhören.»

Der Gemeinderat unterstützt die märchenhafte Idee, er hilft mit kleinen Dienstleistungen; das Forstamt fertigt die Holzhocker an. Auch gibt es bereits Flyer über den Märliwäg. Und darauf ist eine Holzskulptur zu sehen: «Unser Schutzengel vom Märchenweg aus dem Engadin», freut sich Barbara Schirmer.

www.schmiedrued-walde.ch
Abgabetermin der Märchen: 7. Februar.