Kölliken

«Man darf uns nicht abhängen»: Das sagt der Vizeammann zum öV-Abbau

Andreas von Gunten über den ÖV-Abbau zwischen Lenzburg und Zofingen

Andreas von Gunten über den ÖV-Abbau zwischen Lenzburg und Zofingen

Andreas von Gunten, Vizeammann von Kölliken, spricht im "Tagesgespräch" über den Lokführermangel bei der SBB und erzählt, wie sich die Gemeinde Kölliken gegen den ÖV-Abbau wehren möchte.

Der Personenverkehr zwischen Lenzburg und Zofingen wird eingestellt. Grund dafür: Bei der SBB herrscht Lokführermangel. Nun protestiert der Kölliker Vizeammann.

Ab kommendem Montag stellt die SBB den Personenverkehr auf der Strecke Lenzburg-Suhr-Zofingen komplett ein. Grund dafür ist der Lokführermangel bei den Bundesbahnen. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember verkehren Ersatzbusse. Das ist nicht nur umständlicher, sondern dauert auch fast doppelt so lange.

Vom öV-Abbau betroffen ist auch Kölliken. Der Vizeammann der Gemeinde, Andreas von Gunten, hat sich in einem Interview mit Tele M1 zu den Änderungen geäussert. Der Gemeinderat hatte schnell reagieren müssen. «Das war für uns ganz klar ein Alarmsignal», sagt von Gunten. Die Gemeinde hätte im Voraus nichts von den Plänen der SBB gewusst.

Im Jahr 2015 verkehrten in Kölliken auch Ersatzbusse. Der damalige Grund war die Sanierung der genannten Linie. Der Ersatz sei mit der nationalen Bahn nicht vergleichbar. Mit dem Zug ist man innerhalb von 48 Minuten in Zürich. Jetzt dauert die Fahrt 25 Minuten länger. Andreas von Gunten empfindet den Zeitverlust als unangenehm und nicht attraktiv fürs Dorf. 

Im Dezember kehrt Normalität ein

Auch regelmässige Pendler wehren sich gegen die Änderung. In Briefen haben sie das Problem adressiert. Dass die SBB in der Vergangenheit einen Fehler gemacht hat, ist von Gunten klar. Den könne man nicht so schnell beheben. Das Problem aber muss gelöst werden. «Man darf uns wegen dem Fehler nicht abhängen.» Er verstehe nicht, weshalb der Abbau genau an Orten stattfindet, wo das Angebot sonst schon schlecht ist. Die Lokführer herzaubern könne er nicht, aber man dürfe das nicht einfach so hinnehmen.

Besonders stört Andreas von Gunten, dass der Gemeinderat nicht involviert war. Die SBB informierte sie zeitgleich mit der Öffentlichkeit. Die Gemeinde hat einen Brief an die Verantwortlichen geschickt, indem sie darauf bestehen, dass die SBB ihr Versprechen einhält. Denn im Dezember soll wieder Normalität einkehren, doch die Angst, dass es sich um einen schleichenden Abbau handelt, ist präsent. 

«Wir kämpfen weiter für die Zugverbindung», sagt der Vizeammann gegenüber dem Regionalsender. Auch vom Kanton spürt er Rückenwind. Dieser soll sich gegen den Abbau verschiedenster Linien stark gemacht haben. (wue)

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