Reinach
Makro und Weitwinkel: Vielfältige Fotoausstellung im Museum Schneggli

Zwölf Fotografierende, eine Ausstellung: Was am kommenden Wochenende nochmals zu sehen ist im Reinacher Museum Schneggli, besticht durch Vielfalt.

Peter Weingartner
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Yvonne von Allmen; Blume
27 Bilder
Die Vernissage ist gut besucht.
Ursi Walti: Mal so - mal so
Foto-Talk: az-Kolumnist Jörg Meier (Mitte) diskutiert mit Rita Baumann und Peter Siegrist.
Rita Baumanns Aktbilder
Rita Baumann erklärt, wie sie diese Bilder gemacht hat
Peter Steiner vor einem 100-jährigen Fotoapparat
Peter Steiner Motorrad - Tremola
Peter Siegrist vor seinen Bildern
Peter Siegrist: Santorini
Peter Siegrist: Miniaturen von Santorini
Peter Siegrist: Santorini
Martin Hauri: Schloss Hallwyl
Marianne Thöny: Schnee auf dem Hallwilersee
Marianne Thöny: Mitternachtssonne Island
Marcel Fricker: Bäume im Wasser
Helga Mazumder: Ziehharmonika London
Dieter Henrion erklärt die Hintergründe seines fotografischen Schaffens
Ausstellung Fotoclub Reinach im Museum Schneggli
Helga Mazumber
Helga Mazumber vor ihren Bildern
Hanspeter Boesiger: Giraffen
Dieter Henrion erklärt sein Verfahren
Dieter Henrion: Kühe
Betrachter von Yvonne von Allmens Naturbildern
Akkordeonspielerinnen
Annerös Steiner: Bäume Blosenberg

Yvonne von Allmen; Blume

Peter Weingartner

«Sind Sie auch Nikon-Fan?», fragt ein Besucher. Nein, sie stehe auf Canon, sagt die Fotografin. Alle Männer und Frauen haben ihren eigenen Stil und ihre Philosophie. Da gibts Hanspeter Boesiger, der aus der Hand und ohne Wechselobjektive fotografiert. Auf der anderen Seite steht Dieter Henrion, der das Chindbettihorn wie eine Insel zeigt. «Der Weitwinkel ist meine Welt», sagt er. Seine Panoramabilder sind um einen zentralen Punkt angelegt; so entsteht die Inselwirkung. Ein Tüftler in der Bergwelt: Auf den Wanderstock hat er einen Nodalpunktadapter montiert.

Landschaften und Architektur

29 Aktivmitglieder hat der Fotoclub Reinach. Kassier Martin Gautschi macht Werbung für den Verein: Neben der Pflege der Geselligkeit gehe es darum, von anderen zu lernen und für Anregungen offen zu sein. Vorkenntnisse seien keine nötig; wichtig sei das Interesse.

Fotos von Holz, ob Beige oder Strukturen, mache sie immer, sagt Ursi Walti. Verfremdungen interessieren sie nicht. Porträts fehlen in der Ausstellung; Menschen sind überhaupt selten zu sehen. Die Fotografen lassen sich von unterschiedlichsten Dingen faszinieren. Da gibt es etwa Landschaften, aber auch Architektur im weitesten Sinne: ganze Gebäude oder Details. Aus 20000 Bildern hat Hanspeter Boesiger Bilder zum Thema Spiegelungen zusammen gestellt. Andere zeigen Stillleben, zum Teil, um sie noch stiller zu machen, in schwarz-weiss. Blumen und Pflanzen, vor allem in Makroansicht und im Grossformat, strahlen in satten Farben.

«Man muss es einfach sehen» – der Satz kommt immer wieder. Manchmal brauche es auch Glück. Oder Geduld. Die Arbeitsweisen sind so verschieden wie die Bilder. Letztere lehren das Sehen, gerade in den unspektakulären Ansichten. Das kann ein Detail sein, eine Struktur, Formen, das Spiel von Licht und Schatten.

Entscheidend ist der Mensch

«Heute kann man doch gar keine schlechten Fotos mehr machen», provoziert az-Kolumnist Jörg Meier im Gespräch mit Rita Baumann und Peter Siegrist. Falsch: Der Mensch entscheide über Ausschnitt, Aufbau, Format, Belichtung, meint Baumann. Er brauche Zeit, um ein gutes Bild zu machen, sagt Siegrist. Und ja, die Bilder sind zu kaufen, auch jene, die nicht auf einer Preisliste stehen. Weihnachten naht.

Die Ausstellung im Museum Schneggli ist noch am nächsten Wochenende, samstags und sonntags jeweils von
10 bis 17 Uhr geöffnet.