Muhen
Mahnwache: Gegner protestieren mit Fackeln gegen geplante Asylunterkunft

Die Mahnwache der Interessengemeinschaft pro Muhen zieht hunderte Müheler an. Sie wollen damit ein friedliches Zeichen gegen die Pläne des Kantons, im Gasthof Waldeck eine Asylunterkunft einzurichten, setzen.

Christine Wullschleger
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Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
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Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
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Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen
Die Bewohner protestieren mit Fackeln gegen die geplante Asylunterkunft.
Die Bewohner protestieren mit Fackeln gegen die geplante Asylunterkunft.

Mahnwache gegen Asylunterkunft in Muhen

Schon kurz nach 19 Uhr wurden die ersten Fackeln entflammt. Die eisige Kälte hielt die Müheler nicht davon ab, an der «Mahnwache» vor dem Gasthof Waldeck teilzunehmen und damit zu zeigen, dass sie mit der geplanten Asylunterkunft mitten im Dorfzentrum nicht einverstanden sind.

«Wenn Familien aus Syrien kommen würden, wäre das in Ordnung», sagte beispielsweise eine Frau. «Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen, ich weiss aber nicht, ob es richtig ist. Zu demonstrieren wäre der falsche Weg, wir wollen Hand bieten, um eine Lösung zu finden», sagte ein junger Müheler. Und ein älterer Mann: «Ich wäre auch bei minus 20 Grad gekommen.»

Vor rund einer Woche hat die Interessengemeinschaft (IG) pro Muhen für eine «Mahnwache mit Fackeln» gegen eine Asylunterkunft in der «Waldeck» mitten im Dorfzentrum aufgerufen. Rund 500 Personen sind diesem Aufruf am Montag nun gefolgt. Fackeln konnten vor Ort gekauft werden. Ein allfälliger Gewinn wird dem Spendenkonto gutgeschrieben, das ebenfalls neu eingerichtet wurde und zur Deckung der Kosten zur Verhinderung der Asylunterkunft in Muhen verwendet wird.

Mit dem Glockenschlag um 19.30 Uhr begrüsste Martin Kaufmann, Präsident IG pro Muhen, die Anwesenden. Dass so viele dem Aufruf gefolgt seien, zeige, dass das Anliegen auf grossen Rückhalt stosse. Rund 1500 Unterschriften gegen die geplante Asylunterkunft habe man bereits sammeln können, damit habe sich fast jeder zweite Müheler Stimmberechtigte dagegen ausgesprochen. Die IG könne schon 160 Mitglieder zählen. «Wir stehen ein für unser Muhen», sagte Martin Kaufmann vor versammelter Menge. «Wir tolerieren keine Abwertung unseres Dorfzentrums und unserer Schulanlage, in die wir weiter investieren wollen.»

Erst vor zehn Tagen wurde öffentlich, dass in der «Waldeck» eine Asylunterkunft geplant ist. «Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir uns nicht so behandeln lassen.» Für seine Worte erntete Kaufmann Applaus – und die Mahnwache verlief wie angekündigt friedlich.

Auch Gemeindeammann Andreas Urech war anwesend und verfolgte das Geschehen. «Die Mahnwache ist so abgelaufen, wie sich der Gemeinderat das gewünscht hat: im Rahmen von Anstand und Sachlichkeit», sagt Urech. «Offenbar gibt es vonseiten der neuen Besitzer ein langfristiges Ziel, das die Überbauung des Areals vorsieht.» Dass der Gasthof zwischengenutzt werde, mache also Sinn. «Nur, wir hätten uns diese anders vorgestellt.»

An der Mahnwache waren keine Kantonsvertreter anwesend. Auf Anfrage der az sagte Daniela Diener, Sprecherin des Sozialdepartements: «Der Kanton nimmt die offenbar grosse Anzahl Unterschriften gegen das Vorhaben des Kantons als Zeichen der Bevölkerung wahr, dass ein Einbezug ihrer Anliegen bei der Umsetzung des Projekts erwünscht ist.» Sollte die Unterkunft zustande kommen, werde mit der Gemeinde abgesprochen, ob eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung organisiert wird. Diener: «Das Projekt in Muhen würde zur Entlastung der angespannten Unterbringungssituation von Asylsuchenden im Aargau beitragen.»