Unterkulm
Lokal am Zentrumsplatz: Lieber asiatisch als Pizza und Kebab

Für einen normalen Lebensmittelladen ist die Konkurrenz zu gross: Das Lokal auf dem Zentrumsplatz sollen sich mehrere teilen, Asiatische Küchen zum Beispiel.

Sabine Kuster
Merken
Drucken
Teilen
Der kleine Laden mit dem Café Rendez-Vous auf dem Zentrumsplatz Unterkulm musste schliessen – zu gross war die Konkurrenz. Sandra Ardizzone

Der kleine Laden mit dem Café Rendez-Vous auf dem Zentrumsplatz Unterkulm musste schliessen – zu gross war die Konkurrenz. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Jetzt ist es wieder etwas leerer auf dem Zentrumsplatz. Der Platz etwas weniger das Zentrum von Unterkulm. Seit Ende des letzten Jahres steht das Lokal im Gebäude vis-à-vis der reformierten Kirche leer. Der kleine Laden mit dem Café Rendez-Vous musste schliessen. Nachdem vor einem Jahr gleich auf der anderen Seite der Böhlerstrasse ein VOI-Laden der Migros eröffnet wurde, blieben dem Laden auf dem Zentrumsplatz die Kunden weg. Denn im VOI ist das Angebot grösser und günstiger.

Nicht lange geblieben war davor auch ein «avec»-Laden, der sich bis Februar 2013 zusammen mit dem Ticket-Schalter der AAR bus+bahn dort befunden hatte. Das Konzept war das selbe: Die Unterkulmer sollten bis spät abends das Nötigste einkaufen, sich tagsüber zu einem Kaffee treffen oder schnell Zigaretten kaufen können, bevor die WSB kommt.

Nun geht der Eigentümer – René Schweri aus Zollikon ZH – über die Bücher. Etwas Nachhaltiges soll es werden, sagt sein Verwalter, Filippo Leggio von der Firma Immobilienkultur Zürich AG. Sie hätten zwar schon Angebote von Interessenten gehabt, die dort einen Pizza- oder Kebabladen hätten führen wollen, aber das komme für sie nicht infrage. «Das passt nicht ins Ortsbild», findet Leggio und davon gebe es schon genug.

Das ist auch im Sinne der Gemeinde. Gemeindeammann Roger Müller arbeitet in seinem Nebenberuf gleich über dem Lokal im Zentrumsgebäude. Auch er weiss: «Die Konkurrenz ist gross, wir haben auch einen Coop und einen Denner.» Doch das Lokal sei wichtig, die Gemeinde sei «sehr intensiv» in Kontakt mit dem Eigentümer und dem Verwalter. Im Januar hat das letzte Gespräch statt gefunden, ein neues Konzept ist ausgearbeitet.

Starthilfe versprochen

Das wohl wichtigste daran: Der Eigentümer ist bereit, am Anfang die Miete zu senken und die Infrastruktur falls nötig, anzupassen. Ausserdem wird nicht mehr nur ein Mieter gesucht, sondern gleich drei, die sich die Miete der 190 m2 grossen Fläche dann teilen können. «Asiatische Restaurants gibt es in der Region noch nicht viele», sagt Leggio, «wir planen deshalb, dass zum Beispiel eine thailändische, eine chinesische und eine japanische Küche einziehen, die das Lokal gemeinsam nutzen.» So könne man an den verschiedenen Ständen nach Belieben etwas holen und sich dann zu Tisch setzen.

Klappt es nicht, gleich drei verschiedene Küchen als Mieter zu finden, so kommt zusätzlich auch ein Kiosk infrage, der die Pendler versorgt. «Die WSB hält täglich ja viele male gleich davor, das kann man nutzen», so Leggio. «Wir sind auch offen für Jungunternehmer. Hauptsache ist, dass die Nutzung diesmal nachhaltig ist, sonst stehen wir bald wieder am selben Ort.» Das heisst: auf einem eher leeren Zentrumsplatz.

Doch noch ein Baum?

Die Belebung des Zentrumsplatzes in Unterkulm ist übrigens eine alte Geschichte: der Gemeinderat wollte einst Bänke, Bäume und einen Brunnen drauf stellen, damit die Bürger länger dort verweilen. Doch das Konzept wurde 2010 an der Gemeindeversammlung abgelehnt. Seit 2012 findet dort samstags immerhin ein Markt statt und er wird auch für Anlässe wie «eine Million Sterne» genutzt. Unter der Woche ist er ein leerer Betonplatz geblieben. Aber Gemeindeammann Roger Müller sagt: «Wenn dann die Böhlerkreuzung saniert wird, werden wir eventuell auch noch einen Baum auf den Platz pflanzen können.»