Mangels einer geeigneten Unterkunft hat Hirschthal bisher auf die Aufnahme von Asylsuchenden verzichtet und stattdessen eine Ersatzabgabe entrichtet. Diese betrug zehn Franken pro Person und Tag. Die Gemeinde hätte drei Asylsuchende aufnehmen müssen, für das Jahr 2015 fallen also insgesamt 10800 Franken Ersatzabgaben an.

Nun hat der Kanton Aargau einerseits den Verteilschlüssel angepasst und anderseits die Ersatzabgabe massiv erhöht. Deshalb hätte die Gemeinde Hirschthal ab dem nächsten Jahr sechs Personen zu beherbergen oder für jede nicht aufgenommene Person eine Abgabe von 110 Franken pro Tag zu leisten. «Was im Extremfall eine ‹Strafzahlung› von rund 240000 Franken pro Jahr ergäbe», schreibt die Gemeinde in der Mitteilung.

Glücklicherweise sei es der Behörde in der Zwischenzeit gelungen, eine Lösung zu finden: Die leer stehende Liegenschaft an der Talstrasse 22 wurde angemietet und konnte mit dem notwendigen Hausrat eingerichtet werden. So konnte am vergangenen Freitag, 11. Dezember eine Familie aus Syrien (Eltern und vier Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren) aufgenommen werden. (az)