Die letzte Hauptübung der Feuerwehr Hirschthal war für viele, Feuerwehrleute wie Zuschauer, ein Anlass, dem sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge beiwohnten. Die Fusion mit der Regiowehr Suhrental wird zwar, wie Gemeindeammann Peter Stadler erklärte, von den meisten akzeptiert. «Doch bei Veränderungen spielen immer Emotionen mit.»

Alleingang wird bestraft

Nachdem vor fünf Jahren der erste Fusionsversuch geplatzt war, wurde der zweite Anlauf, der Zusammenschluss mit Schöftland, Staffelbach und Holziken, besser vorbereitet. Notwendig war dies vor allem wegen der Kürzungen der Beiträge der Aargauischen Gebäudeversicherung. Bereits jetzt werden die Hirschthaler mit einem Malus bestraft. Solange nur kleinere Anschaffungen anstehen, falle das nicht so ins Gewicht, meinte Stadler. «Doch später, wenn wir ein neues Tanklöschfahrzeug anschaffen müssten, wäre dies sehr teuer gekommen.» Auch wurde die Personalrekrutierung, vor allem beim Kader, zunehmend schwieriger.

Doch trotz aller Vorteile gehe etwas verloren: Ein Stück Dorfkultur und der Zusammenhalt, meinte Stadler. Daher rief er die Feuerwehrleute auf: «Nehmt den guten Geist der Feuerwehr Hirschthal mit und bringt Euer Können in die Regiowehr ein.»

15 Feuerwehrleute, also etwa ein Drittel des Korps, werden in die Regiowehr eintreten. Nicht mit dabei ist Janine Kull. Sie war 13 Jahren lang in der Hirschthaler Feuerwehr, wohnt jedoch nicht mehr im Dorf. «Es ist ein Stück Heimat, das weggeht», bedauerte sie.

Auch Kommandant Sandro Stamm wird nicht in die Regiowehr wechseln. Jedoch nicht wegen der Fusion. Bereits bei der Übernahme des Kommandos vor fünf Jahren hatte er angekündigt, dass er auf Ende 2013 die Feuerwehr Hirschthal verlassen wird. Im Hinblick auf den Zusammenschluss ist er zuversichtlich: «Es ist eine Zusammenarbeit, wir werden nicht geschluckt. Trotzdem merkt man, dass viele traurig sind.» Wichtig sei, dass einige Hirschthaler Feuerwehrleute, darunter auch Offiziere, weitermachen. «Es braucht ihre Ortskenntnisse.»

Suppe mit Spatz zum Abschluss

Viele Zuschauer wohnten am Samstagnachmittag der letzten Hauptübung bei. Auch die Fusion war ein Thema, doch in erster Linie interessierten die gezeigten Einsätze. Zuerst wurde die Rettung von Menschen aus einem brennenden Gebäude gezeigt. Hierfür war extra die Autodrehleiter der Aarauer Feuerwehr aufgeboten worden. Anschliessend zeigten die Feuerwehrleute, wie ein brennender Schopf gelöscht wird. Die Jugendfeuerwehr demonstrierte danach den dreifachen Brandschutz mit Wasser, Schaum und Pulver. Die Zuschauer waren beeindruckt vom professionellen Einsatz der Jugendlichen. Auch die Jugendfeuerwehr wird in die Regiowehr übergehen, in welcher bisher eine Jugendabteilung fehlte.

Im Anschluss an die Übung sassen Feuererwehrleute und Zuschauer im Lokal bei Ernst Tröschs Suppe mit Spatz zusammen. Ein paar Glückliche durften im Korb der Autodrehleiter ihr Heimatdorf und die Umgebung von hoch oben bewundern.