Vielen Unternehmen im Gemeindeverband «aargauSüd impuls» bereitet es Mühe, die offenen Lehrstellen zu besetzen. Die erfolglose Suche nach Lernenden hat zur Folge, dass immer mehr Lehrstellen in der Region verschwinden. Mit dem Projekt «Faszination Berufswelt aargauSüd» will der Gemeindeverband dieser Entwicklung entgegenwirken. Das Projekt wird unterstützt mit Mitteln des Programms Neue Regionalpolitik (NRP).

Gespräche mit Lernenden und Berufsbildner aus dem Oberen Wynental, Birrwil und Beinwil am See machen deutlich, welche Vorteile eine Lehre in der Region bietet, und was die Unternehmen von den Lernenden erwarten. Die Website www.faszination-berufswelt.ch wird in den nächsten Monaten stetig ausgebaut. Zu Wort kommen Lernende, Berufsbildner, Politiker, Schüler und Lehrpersonen. Ein weiteres Ziel ist es, im Frühling eine Lehrstellenbörse aus dem Gemeindeverband aargauSüd impuls aufzuschalten und in den sozialen Medien die Unternehmen, Lernenden und die Schülerinnen und Schüler miteinander zu vernetzen.

Während der Adventszeit gehört die Plattform der Jugend: Täglich wird ein Lernender vorgestellt. Zum Beispiel Klara Camen, die in Beinwil am See bei der Firma Haerry & Frey (Beinwil am See) einen aussergewöhnlichen Beruf lernt: Glaserin. Sie sagt: «Mein Beruf ist nicht alltäglich und sorgt in meinem privaten Umfeld immer für viel Gesprächsstoff.»

Wie ist sie darauf gekommen, diesen Beruf zu ergreifen? «Zum ersten Mal in Berührung mit dem Glashandwerk bin ich durch meine Mutter gekommen: Sie frönt dem Tiffany-Glas-Hobby.» Dennoch schnupperte Klara Camen vor dem Glaserberuf als Floristin, Automatikerin und Bäcker-Konditorin. «Das war sehr wichtig für mich. Ich habe gemerkt, was mir liegt und was nicht. In der Backstube zum Beispiel war es mir einfach zu warm.»

Der Beruf der Glaserin gefällt Klara Camen, das hat sie bereits in der Schnupperlehre gemerkt: «Ich arbeite in einem sehr modernen Betrieb mit dem grossen Vorteil, das Handwerk auch noch so zu lernen, wie es vor fünfzig Jahren üblich war. Das Bedienen der meist computergesteuerten Maschinen ist einfacher, wenn man die Grundlagen kennt.»

Sie wünscht sich für das letzte Lehrjahr einen Unterstift: «Ich würde gerne mein Wissen weitergeben.» (AZ)