Leimbach
«Ich seckle dänn halt no chli meh»: Darum kandidiert «Globi-Buur» Thomas Hunziker wild für die Gemeinderatswahlen

Der Landwirt wurde wegen des Mangels an Kandidaten immer wieder angefragt, ob er sich zur Wahl stellt – im letzten Moment hat er es getan.

Flurina Dünki
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«Globi-Buur» Thomas Hunziker (auf dem Bild mit Frau Denise) kandidiert wild für den Gemeinderat Leimbach.

«Globi-Buur» Thomas Hunziker (auf dem Bild mit Frau Denise) kandidiert wild für den Gemeinderat Leimbach.

Melanie Eichenberger, 4.9.2019

«Globis Abenteuer im Gemeinderat» existiert (noch) nicht. Der Leimbacher Bauer Thomas Hunziker, der mit seinem Hofladen gleichzeitig das einzige Lädeli im Dorf betreibt, könnte nun zu diesem Buch inspirieren. Es gibt keinen besonderen Grund dafür, dass er die Comicfigur Globi 1995 als Wegweiser-Maskottchen für seinen Hofladen ausgesucht hatte. Er fand sie einfach sympathisch. Dank ihr wurde er zum «Globi-Buur» und als solcher derart bekannt, dass er für seine wilde Kandidatur als Gemeinderatskandidat, wofür er sich kürzlich entschieden hat, praktisch keine Werbung zu machen braucht.

Fast in letzter Minute entschied sich Hunziker, sich zur Wahl vom 13. Juni zu stellen. Seit einem halben Jahr werde er gefragt, ob er nicht kandidieren wolle. Wegen dem Hof, auf dem er und Ehefrau Denise auf 300 Aren Gemüse anpflanzten und 4500 Hühner halten sowie den Ämtern, die er schon innehat (Stv. Brunnenmeister und Stv. Stimmenzähler), habe er bisher abgewinkt. Als sich dann gar niemand als Kandidat stellte (nur die beiden Bisherigen Benno Woodtli und Hannelore Zingg-Hoffmann kandidieren offiziell für die fünf zu besetzenden Sitze), habe er sich gedacht:

«Ich bin bisher immer gsecklet, ich seckle dänn halt no chli meh.»

Irgendwie müsse es weiterhin im Dorf, da habe er sich entschlossen, zu kandidieren. «Gewählt bin ich aber noch nicht», sagt Thomas Hunziker gegenüber der AZ. Bei der Ausgangslage scheint eine Nichtwahl allerdings unwahrscheinlich. Zudem ist Hunziker als innovativer Landwirt bekannt - er brachte das Konzept des Dorfladens, in dem er alle seine Produkte verkauft aus der Stifti im Zürcher Oberland ins Wynental. Und füttert mit dem einzigen Laden im Ort sozusagen das Dorf.

Die Ergebnisse der Wahl vom 13. Juni werden am 17. Juni im «Landanzeiger» publiziert, danach wird eine fünftägige Nachmeldefrist angesetzt. Falls sich innert dieser gleich viele Kandidaten melden oder weniger, als Plätze zu vergeben sind, werden sie still gewählt. Werden nicht genügend Kandidaten gefunden, findet ein zweiter Wahlgang statt.