Hausbesichtigungen sollte man (auch) bei Schönwetter durchführen. Nur so kommt die Aussicht zur vollen Entfaltung. «Ich würde mich sofort anmelden, das ist sehr schön, doch ich bin noch zu jung», sagt Erich Holliger, 64, und lacht.
Er steht im «Musterzimmer», jenem Zimmer, in dem der Ausbau am weitesten fortgeschritten ist. Ein Bett steht da, ein Nachttisch, ein Tisch mit zwei Stühlen, der Sockel des Einbauschranks. «Damit man eine Idee hat, wies aussieht», sagt Freya Monroe von der Altersresidenz, und sie ergänzt, das eigentliche neue Mobiliar sei noch nicht eingetroffen.

Blick übers Tal

Seit vier Monaten lebt Trudi Holliger, 92, die Mutter von Erich und Hansjürg Holliger, im Falkenstein. «Es ist nicht mehr gegangen», sagt die vife Frau am Rollator. Zuerst habe sie sich etwas gewehrt dagegen, schon wieder umzuziehen, doch jetzt sei sie begeistert, sagt Erich Holliger: «Sie hatte Tränen in den Augen.» Die Söhne haben nämlich sofort ein Zimmer im Neubau reserviert. Der Blick vom Balkon ist beeindruckend. Man sieht das ganze Tal, das Dorf, geradeaus den Stierenberg, in der Ferne den Jura.

Sie friere häufig, sagt Trudi Holliger, aber heute schwitzt sie. Sohn Hansjürg hält den Plan des Zimmers in der Hand: «Ich habe mir schon Gedanken gemacht darüber, was wohin kommen soll.» Trudi Holliger ist zufrieden mit ihren Söhnen. Das neue Zimmer ermöglicht ihr den Blick auf die Jahrzehnte lange Wirkungsstätte: die Kirche von Menziken. Ihr Mann Paul war Kirchensigrist, zuständig für Kirche und Kirchgemeindehaus.

Garten für Demenzkranke

Das Eingangsgeschoss beinhaltet das lichtdurchflutete öffentliche «Residenz Café» mit angrenzendem Speiserestaurant. Eine Gartenterrasse umläuft dieses Sockelgeschoss, wo auch noch ein Coiffeursalon, eine Raucherlounge und ein Behandlungszimmer Platz finden. Und natürlich die Küche.

Das Geschoss darüber beherbergt die spezialisierte Abteilung für an Demenz erkrankte Menschen. Rosmarie Peyer vom Falkenstein erklärt den zahlreichen Neugierigen den bergseitig angelegten Garten.

Noch herrschen Beton und Steinplatten, doch Büsche, Hecken und Blumen würden noch gepflanzt. «Der Garten mit unterschiedlichen Niveaus ist von aussen nicht einsichtig», sagt Rosmarie Peyer. Demenzkranke bewegten sich bei jedem Wetter, weiss sie. «Sie bewegen sich, um zur Ruhe zu kommen», sagt sie. Für Ruhelose sind auch Essensstationen vorgesehen; Sonnenstoren und ein Kastanienbaum spenden Schatten im geschützten Endlos-Garten.

32 neue Zimmer

«Am 1. November können die ersten Bewohner die neuen Zimmer beziehen», sagt Geschäftsleiterin Ursula Gnädinger; einige Zimmer seien bereits belegt. Zum Beispiel jenes von Trudi Holliger in der Nordwestecke. Der Erweiterungsbau beinhaltet 16 Plätze für Demenzkranke und zuoberst 16 Pflege-Zimmer. Am 17. März 2018 ist ein Tag der offenen Türe geplant.