Schöftland
Lange Tradition: In Schöftland ist Markt, seit 200 Jahren

1811 erhielt die Gemeinde das Marktrecht, nächstes Jahr wird das Jubiläum gefeiert. Innerhalb von zweihundert Jahren hat sich der traditionsreiche Markt zu einem grossen Spektakel entwickelt.

Florian Müller
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Das älteste Marktfoto

Das älteste Marktfoto

Zur Verfügung gestellt

22. April 1811: Geschäftiges Treiben herrscht in den frühen Morgenstunden in Schöftland. Pferdefuhrwerke aus der Region karren Getreide und mehr ins Dorfzentrum. Vieh wird für den Kauf zur Schau gestellt. Zwei Markt- und zwei Viehinspektoren kontrollieren die Waren, ein Waagmeister und sechs Ordnungshüter nehmen ihre Arbeit auf. In Schöftland ist an diesem Tag offiziell Markt - zum allerersten Mal. Möglich macht dies das vom Regierungsrat erteilte Marktrecht, das die Schöftler Anfang 1811 erhalten haben.

2011 feiert die Gemeinde das Marktjubiläum. Innerhalb von zweihundert Jahren hat sich der traditionsreiche Markt zu einem grossen Spektakel entwickelt, das jeweils am 1. Mai und am letzten Samstag im Oktober Tausende von Besuchern anzieht. Ein Spektakel, das jedes Kind aus dem Suhrental kennt: «Der Schöftler Markt ist nach Bremgarten der zweitgrösste Markt im Kanton», sagt Gemeindeammann Hans Müller.

100 Anmeldungen zu viel

Für die Feier plant die Gemeinde Auftritte von Gauklern und Musikgruppen, einen nostalgischen Vieh- und Fahrzeugmarkt sowie die Abgabe eines Jubiläums-Zertifikats für Marktfahrer. Dafür steht der Sonderbeitrag von 10 000 Franken im Marktbudget 2011.

Über die Jahre ist der Markt nicht nur stark gewachsen, auch die Bedürfnisse der Besucher haben sich verändert. Aus dem «Vieh- und Warenmarkt» ist der «Schöftler Märt» geworden. Marktgänger des 21.Jahrhunderts kaufen alles Mögliche - und oft überhaupt nichts: In erster Linie trifft man sich am Schöftler Markt, sucht und findet Spezielles, Regionales, Biologisches. Für den ganzen «normalen Rest» geht man in die Migros oder in den Coop.

«Der Schöftler Markt ist der Ort, wo sich ehemalige Schöftler mit den Einheimischen treffen», sagt Müller. Dies können die Besucher jeweils an etwa 240 Ständen. «Es könnten aber auch mehr sein. Aus Platzgründen müssen wir jeweils jährlich gegen 100 Marktfahrern absagen.»

Schöftland, der Ort im Zentrum

«Schöftland war immer ein Zentrumsort mit grossem Einzugsgebiet. Darum hat sich das Dorf auch als Marktort angeboten», erklärt der Historiker Markus Widmer-Dean. Auf das vergleichsweise späte Marktrecht mussten die Schöftler lange warten: Bis zum Ende der alten Eidgenossenschaft 1798 achteten die Orte eifersüchtig darauf, dass den städtischen Märkten durch die neuen Landmärkte keine Konkurrenz entstand.

1810 überreichte Schöftland dem kantonalen Regierungsrat dann die Bitte, einen eigenen Jahrmarkt abhalten zu dürfen. Die Begründung: «Der seit langen Jahren wachsende Gewerbefleiss der Schöftler, die schöne, günstige Lage der Gemeinde sowie ihre Funktion als Kreishauptort.»

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