Suhrental
Landgemeinden wollen Sozialdienst von Zofingen in Anspruch nehmen

Der Sozialdienst von Zofingen übernimmt Aufgaben von fünf Gemeinden. Attelwil, Brittnau, Kirchleerau, Staffelbach und Wiliberg möchten ab 2015 den Sozialdienst von Zofingen in Anspruch nehmen.

Michael Flückiger (text und Bild)
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Die Gemeinden finden Entlastung im Delegationsmodell – die Stadt gewinnt durch Mandatszuflüsse Kompetenz.

Die Gemeinden finden Entlastung im Delegationsmodell – die Stadt gewinnt durch Mandatszuflüsse Kompetenz.

mfl

Die Verbandslösung mit zofingenregio für die Sozialdienste wurde per Ende dieses Jahres von den Mitgliedgemeinden zu Grabe getragen. Nun sind die betroffenen Gemeinden gefordert, ab 2015 eine neue Lösung für die Sozialhilfe wie auch den Kindes- und Erwachsenenschutz zu finden. Wohl besteht die Möglichkeit, diese Aufgaben in Eigenregie auszuführen. Nur lohnt sich dies für kleinere Gemeinden kaum.

Sowohl bezüglich Professionalität wie auch bezüglich Erreichbarkeit stossen diese rasch an ihre Grenzen.

Es sind denn auch die kleineren Gemeinden, die gegenwärtig bei der Stadt Zofingen anklopfen, und deren Sozialdienst ab 1. Januar 2015 in Anspruch nehmen möchten. Sollten die anstehenden Gemeindeversammlungen den Behörden von Attelwil, Brittnau, Kirchleerau, Staffelbach und Wiliberg grünes Licht geben, würde ein ansehnliches Mengengerüst auf die Sozialen Dienste der Stadt Zofingen übertragen werden.

Stadtrat Dominik Gresch, Ressortvorsteher Bildung und Soziales der Stadt Zofingen, geht von insgesamt 36 Fällen im Aufgabenbereich Sozialhilfe und 75 Fällen im Kindes und Erwachsenenschutz (KES) aus. «Wir nehmen unsere Verantwortung gerne wahr und unterstützen die Gemeinden mit unseren Diensten.» Er ist deren Begehren gegenüber aufgeschlossen, er betrachtet eine solche Konzentration von Aufgaben als Win-win-Situation.

So meint er: «Die involvierten Gemeinden haben ab Januar 2015 eine Ersatzlösung. Zudem profitieren sie – wie Zofingen auch – von den höheren Fallzahlen. Denn mit einer verstärkten Auslastung können die Aufgaben fachlich fundierter und professioneller abgewickelt werden.»

Aufgaben wurden komplexer

Tatsächlich ist die Mandatsführung nicht einfacher geworden. So sind die Anforderungen an den Kindes- und Erwachsenenschutz durch neue gesetzliche Auflagen gestiegen. Die Stadt Zofingen hat allen anfragenden Gemeinden einen Vertrag zu gleichen Konditionen offeriert. Die Stadt will das Delegationsmodell zur Anwendung bringen.

Jeder Sozialvorsteher trifft sich regelmässig einzeln mit dem Leiter des Sozialdienstes und bespricht die aktuellen Fälle. Für Zofingen habe sich das bewährt, wie Gresch erläutert. Denn der Gesamtstadtrat werde dadurch entlastet. Gresch rechnet damit, dass für den Mehraufwand zusätzliche zwei Stellen in der Sozialarbeit und eine Administrativstelle zu schaffen sind.

«Nach Möglichkeit wollen wir die drei zusätzlichen Fachkräfte von zofingenregio übernehmen», macht er deutlich. Vorab müssen nun der Einwohnerrat der Stadt wie auch die betroffenen Einwohnergemeinden zum Vorhaben grünes Licht geben.