Burg

Landabtausch zwischen Gemeinde und privater Bauherrschaft kommt wieder an die Gmeind

Der gemeindeeigene Weg trennt die beiden Parzellen, auf denen die Überbauung mit 8 Wohnungen realisiert werden soll.

Der gemeindeeigene Weg trennt die beiden Parzellen, auf denen die Überbauung mit 8 Wohnungen realisiert werden soll.

Für 4,4 Millionen Franken will die Gemeinde nun an der Furkastrasse eine terrassierte Siedlung mit drei Gebäuden und insgesamt acht Wohneinheiten realisieren. Dies ist in der Form nur möglich, wenn der Fussweg verschoben wird.

Die goldenen Zeiten «auf der Burg», wie man hier sagt, sind vorbei. In der Oberwynentaler Gemeinde, einst ein wichtiger Ort der Zigarrenindustrie (Burger Söhne AG), ist die Bevölkerungszahl rückläufig. Dem will man nun Gegensteuer geben. Das Dorf soll an Attraktivität gewinnen, gute Bedingungen zum Leben und zum Realisieren neuer Bauvorhaben sollen geschaffen werden. Man will steuerkräftige Zuzüger anlocken, die die schöne Wohnlage «auf der Burg» (Steuerfuss 122 Prozent) zu schätzen wissen. Dazu trägt die neue Nutzungsplanung bei, die an der vergangenen Herbstgmeind genehmigt wurde und unter anderem eine Zentrumszone, aber auch neue Wohnzonen beinhaltet.

Eines der Geschäfte im Rahmen der Nutzungsplanungsrevision hatte der Gemeinderat im Herbst zurückgezogen, nachdem es zu heftigen Diskussionen kam: der Landabtausch zwischen der Gemeinde und einer Grundeigentümerin von zwei Baulandparzellen an der Furkastrasse. «Das geplante Bauvorhaben war noch nicht ausgearbeitet und die Anwohner entsprechend verunsichert», sagt Gemeindeschreiber Viktor Würgler. Heute sei das anders. Morgen Donnerstag kommt die Übertragung der gemeindeeigenen Wegparzelle erneut an die Gmeind.

Worum geht es? Die Zürcher Mantel GmbH besitzt quasi in der Kurve der unteren Furkastrasse zwei Parzellen Bauland, die durch einen öffentlichen Fussweg getrennt werden (Bild oben). Für 4,4 Millionen Franken will sie nun dort eine terrassierte Siedlung mit drei Gebäuden und insgesamt acht Wohneinheiten realisieren (vgl. Visualisierung unten). Dies ist in der Form nur möglich, wenn der Fussweg verschoben wird.

Der gemeindeeigene Weg (oben) trennt die beiden Parzellen, auf denen die Überbauung mit 8 Wohnungen realisiert werden soll.

Der gemeindeeigene Weg (oben) trennt die beiden Parzellen, auf denen die Überbauung mit 8 Wohnungen realisiert werden soll.

Eintrag im Grundbuch

Die Gemeinde will die Furkastrasse auch im unteren Teil sanieren. Ein Kredit von 990 000 Franken für die zweite Bauetappe kommt ebenfalls morgen zur Abstimmung. Die Kurve ist eng, ein Trottoir gibts bisher nicht. Das soll sich im Zuge der Sanierung – und nicht zuletzt des geplanten Bauvorhabens – ändern. Tritt nämlich die Gemeinden den zerschneidenden Fussweg an die Mantel GmbH ab, bekommt sie im Gegenzug entlang der Furkastrasse Land für ein Trottoir. Als Gegenleistung schafft die Bauherrin einen neuen öffentlichen Fussweg zwischen den nördlichen beiden Bauten hindurch, der zugunsten der Gemeinde im Grundbuch eingetragen wird.

«Eine gute Lösung für beide Seiten», sagt Viktor Würgler. Denn das Bauvorhaben sei auch ein Gewinn für die Gemeinde. Gemäss Bauherrschaft sind die 4,5- und 5,5-Zimmer-Eigentumswohnungen «grosszügig angelegt und für Familien konzipiert». Die Bauten stehen locker und folgen der natürlichen Topografie, die Ausnützungsziffer wurde nicht ausgereizt. In der Anlage, nahe am öffentlichen Fussweg, sind ein Spiel- und ein Begegnungsplatz vorgesehen. Beides kann sowohl von den Bewohnern wie von der Öffentlichkeit genutzt werden.

Keine Einwendungen gegen Projekt

Die Akzeptanz des Vorhabens sei nach einer Information für Anwohner sehr gut gewesen, sagt der Gemeindeschreiber. Dies bestätigt sich: Während der öffentlichen Auflage sind gegen das Projekt keine Einwendungen eingegangen. Einzig der Schutz einer Quelle soll garantiert werden. «Dem werden wir natürlich nachkommen», sagt Fabian Mantel, Inhaber Mantel Architektur auf Anfrage der az. Gibt die Gmeind grünes Licht, soll bald mit dem Verkauf der Wohnungen begonnen werden. Und was passiert, wenn die Stimmberechtigten den Weg nicht abtreten wollen? «Dann bauen wir nur die beiden südlicheren Einheiten», sagt Mantel. Die Restparzelle werde dann wohl brach bleiben.

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