70 Bilder standen am Freitagabend zur Auswahl und die Besucher der Frühlingskarten-Vernissage hatten die Qual der Wahl: Drei Sujets, die als Kartenset gedruckt werden sollen, mussten bestimmt werden.

Keine leichte Aufgabe, denn unter den präsentierten Arbeiten gab es wahre Kunstwerke. Das Thema «Länder und Kulturen» hatte die Künstler, die in der Stiftung Lebenshilfe wohnen und arbeiten, vielfältig inspiriert: Pferde und Sombrero in einer mexikanischen Wüste mit stacheligen Kakteen, eine Stadt mit Zwiebeltürmen und Hochhäusern oder afrikanische Tänzerinnen waren zu bewundern.

Vorauswahl durch Besucher

Die Besucher liessen sich bei ihrer Auswahl von unterschiedlichen Überlegungen leiten. «Die verschiedenen Schriften auf meinem Lieblingsbild erinnern an die Ferien», begründete ein Mann seine Wahl. Der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz dachte auch an die Vermarktung. «Ich stelle mir vor, wie das Sujet als Karte aussieht», erklärte er. «Deshalb darf es nicht überladen sein.»

Die Spannung unter den Anwesenden stieg, als die bestbewerteten Bilder abgehängt und der Jury vorgelegt wurden. Die Künstler, deren Bilder nun in der Ausstellung fehlten, durften sich Hoffnung machen, dass ihr Werk als Karte veröffentlicht wird. Umso verständlicher die spürbare Nervosität, haben doch alle viel Energie, Zeit und vor allem Herzblut in ihre Arbeiten gesteckt.

Die Zeit bis zur Verkündigung des Juryentscheides verkürzte das Improvisationstheater «Pfote mampft Quark». Die Jury, bestehend aus drei Vertretern aus Politik, Kunst und Wirtschaft sowie einem Stiftungsrat und zwei Mitarbeitenden der Stiftung Lebenshilfe, hatte die Aufgabe, sich für die drei Siegersujets zu entscheiden.

«Wir hätten eigentlich jedes Bild nehmen können, alle hatten eine gute Qualität und waren sehr hochwertig», meinte Gabriele Kulstrunk, Künstlerin und Galeristin aus Baden, und fügte hinzu: «Die ausgewählten Sujets sollten auch farblich als Karten gut herauskommen.»

Der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Hans-Jörg Bertschi, Unternehmer aus Dürrenäsch, lobten die Vielfalt der Stile. Schliesslich machten ein Bild mit dem Schiefen Turm von Pisa und einer Vespa, ein an afrikanische Schnitzereien erinnerndes Sujet mit vier Frauenköpfen sowie ein Teller mit asiatischen Speisen das Rennen.

«Ich wollte unbedingt gewinnen»

Die drei siegreichen Künstler waren ganz aus dem Häuschen. David Bösch, Illustrator des Bildes mit den vier Frauengesichtern, hatte eben noch seinen Geburtstag gefeiert und erklärte überglücklich: «Ich wollte unbedingt gewinnen.»

Roland Blaser hat seine Eindrücke aus einer Italienreise, wo er unter anderem Vespas gesehen hat, in sein Kunstwerk einfliessen lassen. Cornel Fischer hingegen hat sich von seinem Lieblingsessen inspirieren lassen. «Ich habe alles gezeichnet, was ich gern habe.»