Anna-Verena Hoffmann, die Gontenschwiler Galeristin, hatte 1987 den Reinacher Maler ein erstes Mal angefragt, ob er in der damals neuen Galerie ausstellen würde.

Sie hatte ihre Galerie in den Parterre-Räumen ihres Elternhauses 1985 eröffnet und war auf der Suche nach Künstlern, deren Werke sie präsentieren konnte. «Hediger anfragen? Du willst aber hoch hinaus!», habe man im Familienkreis gesagt.

Doch Hoffmann wünschte sich Hediger ins Schlössli. «Kurt Hediger war für mich damals der Inbegriff des Künstlers, obwohl ich seine Malerei noch nicht so gut kannte, wie heute», sagt Hoffmann.

Aber das änderte sich rasch. Kurt Hediger sagte zu, und 1990 feierten sie die erste Vernissage in der Galerie Schlössli. Hediger gefielen die Räume und die Atmosphäre in der kleinen Galerie auf dem Land. Er ist Gontenschwil treu geblieben und kehrte immer wieder zurück. «Die Galeristin hielt ihre schützende Hand über mich», sagt Hediger und lacht. Vierzehn Ausstellungen mit seinen Bildern sind mittlerweile eröffnet worden.

«Kurt Hediger hat der Galerie ein Gesicht gegeben», sagt Hoffmann und weist auf den Zyklus mit Hedigers Lebenswerk hin. 2010 und 2012 widmeten sie vier Ausstellungen den «Stationen eines Malerlebens» (Paris, Griechenland, Südamerika und Prag, Wien, Budapest).

Diese Werkschauen waren eng mit Hedigers Biografie verknüpft. Im Jahr 2012, zum 80. Geburtstag von Kurt Hediger Winterbilder, Figuren und Porträts im Zentrum. Bäche, Flüsse, Seen, Meere schliessen jetzt hier an.

Gegenwärtig ist die Galeristin damit beschäftigt, die ausgewählten Bach-, Fluss- und Meereslandschaften aufzuhängen. Wenn sie jetzt für jedes Werk den besten Platz suche, werde ihr immer mehr bewusst: «Die Bilder von Kurt Hediger leben auf verschiedenen Ebenen, nicht allein Farben und Format machen den Zauber aus.» Es gäbe da etwas wie eine geheime Sprache, die es beim Betrachten zu entschlüsseln gälte.

Hedigers Werk scheint unerschöpflich. 54 Bilder hat Hoffmann jetzt ausgewählt. Die Werke sind mit 1955 bis 2014 datiert. Sie zeigen Landschaften an Bächen, Flüssen und Seen. Ob im Winon-Täli bei Beromünster, in Wildegg oder Lipori, in Roscoff, Venedig oder New York, Kurt Hediger hat seine Staffelei aufgestellt und den Zauberglanz des Wassers, ob still oder fliessend mit klaren Strichen und Farben festgehalten. Die Stimmungen der Tages- und Jahreszeiten sind greifbar nahe.

Ausstellung in der Galerie Schlössli, Gontenschwil: 9. März bis 6. April, jeweils sonntags 14 bis 17 Uhr. Eröffnung: Sonntag, 9. März, 14 Uhr.