Bald leuchten in den Oberwynentaler Dörfern und in den Gemeinden Beinwil und Birrwil im Seetal wieder die knallgelben Punkte. Sie verkünden, dass am Bettagswochenende vom 18. bis 20. September an drei Tagen konzentriert Kultur genossen werden kann. Das Motto: «Vo Ort zo Ort».

Leutwil ist diesmal Gast des vom Gemeindeverband aargauSüd impuls initiierten Events. Damit finden «19 Anlässe in 13 Gemeinden für 30 000 Köpfe statt», wie Hans Ruedi Eichenberger vom Kernteam Erzähltal sagte, als die Botschafter dieser Gemeinden das Werbematerial mit den grossen und kleinen gelben Punkten, Flyern, Plakaten und Schoggitalern fassten. Diese Botschafter sind es denn auch, die vor Ort die Anlässe organisieren. «Das Erzältal ist auf gutem Weg selbsttragend zu werden», so Ursula Hilfiker vom Kernteam. AargauSüd impuls trage nur noch eine minimale Defizitgarantie.

Jugendarbeit macht mit

«Super, was ihr gemacht habt, diese Mischung von Elektronik und Bläsern», sagte Käthi Steiner, Oberkulmer Botschafterin. Am Startanlass in der Kulturkantine 13 in Menziken gaben drei junge Musiker eine Kostprobe dessen, was am Schlussanlass im Wynenschulhaus in Oberkulm zu hören sein wird.

Meinrad Dörig von der Regionalen Jugendarbeit Wynental hat nämlich den Schriftsteller Hansjörg Schertenleib und Jugendliche zusammengebracht. «Schertenleib bringt kurze Texte auch übers Älterwerden; wir machen die Musik», sagt ein Jugendlicher. Die Idee, verschiedene Generationen so zusammenzuführen, ist offenbar angekommen.

Das Programm besticht durch Bodenhaftung und lokale Verankerung. So stellt sich Franz Morgenegg in seinem Traktorenmuseum in Zetzwil den Fragen Interessierter. In Gontenschwil erzählen Martina von Känel und Peter Hirt von lokalen Natur-Raritäten. Karl Gautschi bringt in Menziken acht Persönlichkeiten aus der Region, die in Denkmälern oder Gedenktafeln in Aargau Süd anzutreffen sind, näher. In Oberkulm erzählen zwei «Wanderarbeiter» aus der Region über ihr Arbeitsleben. Geschichten über «s Glöggli vo Leimbach» sind in Leimbach zu hören. In Leutwil erzählt eine «bodenständige Lüpuer Frau» lokale Sagen bei Süssmost, selbstgemachtem Brot und Landjäger.

Das Essen gehört zur Kultur. An mehreren Veranstaltungen werden auch Imbiss und Getränke angeboten, teils gratis, teils kostenpflichtig. Bei der Ortsbürgerhütte Ischlag in Menziken, wo Karl Gautschi erzählt, kann man auf dem Grill sein eigenes Brätelgut veredeln.

Das Erzähltal bietet heuer auch Musikalisches, so in der reformierten Kirche von Unterkulm, wo der Kantatenchor Aargau eine Bachkantate aufführt. Auch die Märchenerzählung beim Müliweiher Pfeffikon wird musikalisch umrahmt. In der Wyna-Buchhandlung Reinach gibts neben einer Lesung einen Figurenworkshop. Und in Beinwil am See ist in Film und Vortrag Malcolm Campbells Weltrekord auf dem Hallwilersee vom 17. September 1938 Thema.

Workshops an Schulen

Bereits seit August laufen Workshops für Schulen. Rund 280 Schüler haben Gelegenheit, mit Autoren zu arbeiten, also zu schreiben. «AargauSüd impuls» und «Kultur macht Schule» ermöglichen ohne die Gemeindekassen zu belasten acht Workshops mit Simon Libsig, Jürg Steigmeier, Katja Alves und Markus Kirchhofer. Literatur ist am Bettagswochenende auch in den Dörfern präsent: Turmgeschichten gibts im Schneggen, Grenzgeschichten auf der Burg, Kurzgeschichten im Schlosshof der Trostburg und in der Schürmatt in Zetzwil. Und am Bettagnachmittag lesen im Park beim Bahnhof Teufenthal Brigitte Fuchs und Markus Kirchhofer.