Kirchleerau

Kürbisse gibt es bei Hunzikers aus dem Käfer

Sobald der Herbst Einkehr hält, herrscht beim Hofladen von Barbara und Hansruedi Hunziker Hochbetrieb.

Der Altweibersommer hat sich vor wenigen Tagen verabschiedet. Mit den kühlen Temperaturen wird es uns herbstlich ums Herz – und wir haben nur noch Augen für Orange.

Ein oranges Gesteck auf der Kommode, der Spaziergang im orange gefärbten Wald oder eine dampfende Suppe. Orange natürlich, aus Kürbis.

Bei fast allen diesen Herbstgelüsten können die Kirchleerber Bauern Barbara und Hansruedi Hunziker behilflich sein. Auf ihrem Feld wachsen alle erdenklichen Sorten von Speise- und Zierkürbissen.

Der birnenförmige «Butternut» und der «Hokkaido» seien die beliebtesten Kürbissorten zum Verkochen, sagt Barbara Hunziker. Letzteren bietet das Bauernpaar im Kofferraum ihres Aushängeschilds, dem ausgedienten VW Käfer, den Kunden feil.

Die Lage an der Strasse fördert den Verkauf

Das Gefährt prägt sich jedem ein, der den Stoltenhof am Kirchleerber Dorfeingang passiert. Dies, obwohl man mit 80 Stundenkilometern am Hofladen vorbeibraust. Barbara und Hansruedi Hunziker brauchen eine laute Stimme, um den Autolärm zu übertönen, während sie ihren Kunden über Kürbissorten aufklären.

Für den Direktverkauf ihrer Ernte ist die Strasse jedoch ein Segen. «Wir haben unsere im Grunde hässliche Wohnlage zunutze gemacht», sagt Hansruedi Hunziker, der auf dem Stoltenhof gross geworden ist.

«Die Vermarktung unserer Produkte ist so wesentlich einfacher.» Tatsächlich biegt an diesem Vormittag so manches Auto von der Hauptstrasse in die Einfahrt des Stoltenhofs.
Wer vermutet, dass die beiden mit ihrem Kürbisverkauf auf die Halloween-Welle aufgesprungen sind, die seit ein paar Jahren über die Schweiz schwappt, der irrt.

«Die ersten Versuche mit Kürbisanbau haben wir schon 1997 gemacht», sagt Hansruedi Hunziker. Dies, obwohl seine Frau damals noch die Nase rümpfte: «Ich bin eigentlich kein Kürbis-Fan und hatte meine Bedenken.»

Nicht nur, weil das orange Gemüse nicht ihre Leibspeise war. «Ich zweifelte, dass wir damit Erfolg haben. Vor 20 Jahren galt Kürbis noch als Arme-Leute-Essen. Als Verarbeitung war nur die Suppe bekannt, und viele machten im Laden einen Bogen darum», sagt sie.

Vor allem Junge sind hungrig auf Kürbis

Entgegen ihrer Erwartungen wurde aus den Versuchen eine jährlich wachsende Kürbisproduktion. Kürbis wurde immer mehr zur beliebten Beilage und die Halloween-Adaption trug das Ihre dazu bei.

«Vor allem junge Leute essen gerne Kürbis», sagt Hansruedi Hunziker. «Für die Älteren hat ein Kürbisgericht immer noch einen Anstrich von Armutsessen.»

Auch Barbara Hunziker ist inzwischen auf den Geschmack gekommen. Mit Olivenöl, Rosmarin und Knoblauch mariniert und im Ofen gegart, isst sie ihn am liebsten.

Gewachsen ist der Kürbis dieses Jahr gut. «Dank der Mulchfolie auf dem Feld versickert der Regen nicht so schnell, und die Wurzeln hatten trotz dem trockenen Sommer genug Feuchtigkeit.»

Zum Glück. Denn die ersten Anfragen nach dem orangen Gemüse bekommt das Ehepaar Hunziker meist schon im August.

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